LUZERN: Kater überlebt Horrorfahrt

Ein Kater wurde auf der Autobahn angefahren und blieb im Gitter der Stossstange eingeklemmt. Er überlebte den Unfall – und ist jetzt die Katze einer Tierklinik.

Raphael Gutzwiller
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Der Kater steckt im Kühlergrill. (Bild: Luzerner Polizei)

Der Kater steckt im Kühlergrill. (Bild: Luzerner Polizei)

Katzen haben sieben Leben, sagt ein allseits bekanntes Sprichwort. Eines weniger dürfte nun ein glücklicher Kater haben. Wie die Luzerner Polizei gestern mitteilte, wurde am 8. Juli kurz vor 23 Uhr auf der Autobahn A 14 eine Katze angefahren und blieb kopfvoran im Gitter der Stossstange eines Autos eingeklemmt. Sie überlebte eine etwa 12 Kilometer lange Fahrt – allerdings ohne Ohren.

Tierärztin birgt den Kater

Die Autofahrerin habe sich bei der Polizei gemeldet, und zwar kurz nachdem sie an ihrem Wohnort in der Stadt Luzern einen fürchterlichen Fund gemacht hatte. Im Gitter der Frontstossstange war eine Katze kopfvoran eingeklemmt worden. Zuvor habe sie auf der A 14 in Fahrtrichtung Luzern kurz vor der Ausfahrt Gisikon ein dumpfes Geräusch wahrgenommen, teilte die geschockte Autofahrerin mit.

Nach erfolglosen Versuchen der Polizei, die noch lebende Katze zu bergen, wurde eine Tierärztin der Tierklinik Obergrund zur Hilfe aufgeboten. Diese konnte nach einer Beruhigungsspritze den schwerverletzten Kater bergen.

«Katze ohne Beschwerden»

Sechs Wochen lang habe die Tierklinik Obergrund den schätzungsweise drei Jahre alten Kater gepflegt, teilte Martin Keiser, Leiter der Tierklinik Obergrund, gestern auf Anfrage gegenüber unserer Zeitung mit. Seit über zwei Wochen gilt der Kater nun als geheilt, er verlor durch den Unfall aber beide Ohren. «Es ist nur ein Schönheitsmakel. Für die Katze ist alles ganz normal, sie hat keinerlei Beschwerden. Ihr Gehör ist vollständig funktionstüchtig, und sie hat keine Schmerzen.» Der Besitzer des nicht gechippten Katers konnte trotz eines Inserates auf einer Webseite für Tiervermittlungen nicht gefunden werden.

Neue Klinikkatze

Daraufhin blieb der Kater der Klinik als Privatkatze erhalten. Martin Keiser erklärt: «Natürlich ist da auch viel Herzblut dabei. Wir alle haben dafür gesorgt, dass sie überleben konnte. Sie liegt uns am Herzen.» Ein Aufenthalt in einem Heim sei nicht wirklich in Frage gekommen, führt Keiser weiter aus. «Das würde auch keinen Sinn machen, da auch sehr hohe Kosten anfielen. Diese übernimmt nun natürlich niemand.»

Sie eigne sich auch nicht wirklich als Katze für ein Tierheim, da sie aus ästhetischen Gründen wohl kaum ein neues Zuhause fände. «Höchstens vielleicht, wenn jemand sich für die Geschichte des Katers interessieren würde.» Für die Katze sei es aber die Ideallösung, in der Klinik zu bleiben, ist sich Keiser sicher.