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LUZERN: Katholische Schule im Aufwind

Früher haben angehende Kirchenleute im Seminar St. Beat in Wohngemeinschaften gelebt. Das ist heute nicht mehr gefragt. Dafür steigt die Zahl der Priesteranwärter wieder – trotz hoher Anforderungen.
Robert Knobel
Das Seminar St. Beat in Luzern. (Bild: pd)

Das Seminar St. Beat in Luzern. (Bild: pd)

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Vom Priester bis zur Religionslehrerin: Wer in der katholischen Kirche einen Beruf ausüben will, muss in der Regel eine kircheninterne Ausbildung durchlaufen. Im Bistum Basel ist dafür das Seminar St. Beat in Luzern verantwortlich. Dieses machte im letzten Jahr von sich reden, als es sein stattliches Hauptgebäude an der Adligenswilerstrasse in Luzern aufgab und an die Caritas vermietete. Wegen mangelnder Nachfrage wurde das Gebäude, in dem sich das Priesterseminar seit 1878 befand, nicht mehr gebraucht (Ausgabe vom 18. September 2016).

Doch das Luzerner Priesterseminar ist keineswegs am Ende. Im Gegenteil: «Wir haben zurzeit rund 100 Studierende», sagt der Regens des Seminars, Thomas Ruckstuhl. Der Grund für die Fremdvermietung des Gebäudes seien die veränderten Lebensgewohnheiten der angehenden Kirchenleute. Sie wollen ihre Ausbildungszeit nicht mehr in Wohngemeinschaften mit Mitstudierenden verbringen, sondern ziehen es vor, privat in Luzern zu wohnen oder für die einzelnen Studienveranstaltungen jeweils hierherzupendeln.

Das ist umso verständlicher, als viele von ihnen bereits einen Erstberuf und eine Familie haben – das WG-Leben ist entsprechend nicht mehr gefragt. Deshalb wurde das Wohngebäude des Seminars zunehmend überflüssig. Mit dem Auszug aus dem Gebäude sind allerdings auch die eigenen Ausbildungsräumlichkeiten verloren gegangen. Doch auch das sei kein Problem, sagt Thomas Ruckstuhl. «Die Veranstaltungen finden nun in verschiedenen Lokalitäten in der Stadt Luzern statt, zum Beispiel im Seminarhaus Bruchmatt und in der Mariahilfkirche.»

Für Priester gilt immer noch die «WG-Pflicht»

Behalten hat das Seminar St. Beat einzig ein Chorherrenhaus des Stifts St. Leodegar, das als Wohnung für angehende Priester dient. Denn sie sind die einzigen Studierenden des Seminars, die nach wie vor verpflichtet sind, während ihrer Ausbildungszeit in einer Gemeinschaft zu leben. Die WG mit anderen Priesterkandidaten ist dabei eine Variante. Andere, die bereits an einer Pfarrei angestellt sind, leben auch in Pfarrhausgemeinschaften.

Apropos Priester: Wie steht es aktuell um den Nachwuchs im Bistum Basel – zumal die Kirchgemeinden zunehmend einem dramatischen Priestermangel gegenüberstehen? «Zurzeit haben wir 15 Personen in der Priesterausbildung», sagt Thomas Ruckstuhl. Seit dem Tiefpunkt 2013 (9 Priesteranwärter) ist die Zahl am Steigen und hat nun wieder das Niveau von 2008 erreicht. «Damit stehen wir zumindest nicht schlecht da», sagt Ruckstuhl.

Er betont, dass der Priestermangel nicht einfach bloss auf schwindendes Interesse an diesem Beruf zurückzuführen sei. «Wenn wir wollten, könnten wir mehr Kandidaten haben.» Doch man wolle bei den Zulassungskriterien keine Abstriche machen. Und diese sind heute wesentlich anspruchsvoller als früher. «Wir legen sehr viel Wert auf Sozialkompetenz sowie auf eine grosse physische und psychische Belastbarkeit», sagt Ruckstuhl. Diese Kompetenzen würden heute von den Kirchgemeinden gefordert. Ein weiterer Punkt ist der Zölibat. Für einen 20-Jährigen, der sich bewusst für eine Priesterlaufbahn entscheidet, ist dies vielleicht weniger ein Hindernis. Doch die katholische Kirche zieht zunehmend Quereinsteiger an, die bereits Partner oder Familie haben. Für sie fällt der Priesterberuf von vornherein ausser Betracht.

Theologische Fakultät wird beliebter

Kommt hinzu, dass auch die akademischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Bevor jemand die eigentliche Priesterausbildung beginnen kann, muss er an einer theologischen Fakultät eingeschrieben sein. Das gilt übrigens auch für alle anderen Berufsausbildungen, die vom Seminar St. Beat angeboten werden. Ob angehender Pastoralassistent oder Diakon – diese studieren stets zweigleisig an einer theologischen Fakultät (Theorie) und am St. Beat (Praxis). An der Theologischen Fakultät der Uni Luzern sind zurzeit 269 Personen eingeschrieben. Damit ist die Theologie zwar die zweitkleinste Fakultät nach der Wirtschaft, doch es geht aufwärts: Der Zuwachs gegenüber 2013 beträgt 55 Studenten und Studentinnen.

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