LUZERN: Kaum bestrittenes CKW-Verwaltungsratsmandat

Der Kantonsrat findet es richtig, dass ein Mitglied des Regierungsrates im Verwaltungsrat der Stromfirma CKW sitzt. Die Kantonsregierung müsse die Einflussmöglichkeiten wahrnehmen, die ihr zur Verfügung stünden.

Drucken
Teilen
Marcel Schwerzmann an der GV der CKW vom Januar. Links von ihm sitzt die Urner Regierungsrätin Heidi Zgraggen. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Marcel Schwerzmann an der GV der CKW vom Januar. Links von ihm sitzt die Urner Regierungsrätin Heidi Zgraggen. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Finanzdirektor Marcel Schwerzmann war im Januar von der Generalversammlung der Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW) in den Verwaltungsrat gewählt worden. Vorgeschlagen worden war Schwerzmann vom Regierungsrat. Der Kanton Luzern hält knapp 10 Prozent der CKW-Aktien.

Kantonsrat Rolf Hermetschweiler (SVP) reichte zu dieser Wahl eine Anfrage ein. Er erklärte, Schwerzmann müsse als Verwaltungsrat die Interessen der CKW vertreten. Als Regierungsrat müsse er sich aber für den Kanton einsetzen. "Das ist Filz", sagte er. Man könne nicht zwei Herren dienen.

Bei Konflikten in den Ausstand treten

Michael Töngi (Grüne) dagegen fand, dass der Kanton die Einflussmöglichkeiten wahrnehmen müsse, die ihm zur Verfügung stünden. Auch Reinhold Sommer (FDP) sah im Verwaltungsratsmandat kein grösseres Problem. Schwerzmann könne bei einem Interessenkonflikt in den Ausstand treten, sagte er.

Hinter den Entscheid des Regierungsrates stellte sich auch Peter Zosso (CVP). Er begründete dies damit, dass das finanzielle Engagement des Kantons bei den CKW erklecklich sei.

Schwerzmann sagte, dass die Grundinteressen des Stromerzeugers und der Stromkunden diesselben seien. Man dürfe deshalb nicht nur die Risiken des Verwaltungsratsmandates sehen, sondern müsse auch die Chancen wahrnehmen.

Zudem wäre die Gefahr von Interessenskonflikten grösser, wenn nicht er als Finanzdirektor, sondern der Energiedirektor im CKW-Verwaltungsrat wäre, sagte Schwerzmann. Er erklärte zudem, dass sein Verwaltungsratshonorar in die Staatskasse fliessen werde.

Der Verwaltungsratssitz der Luzerner Regierung hat eine lange Tradition. Luzern war bei der CKW seit jeher finanziell beteiligt. Im März 2010 jedoch gab der damalige Regierungsrat Max Pfister unter öffentlichem Druck dieses Amt aber ab.

Pfister war in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass er seit 2009 nicht mehr als Vertreter der Regierung sondern als Privatperson im CKW-Verwaltungsrat sass. (sda)