LUZERN: Kein Deutschtest für fremdsprachiges Spitalpersonal

Fremdsprachige, die sich um eine Stelle am Kantonsspital Luzern bewerben, sollen nicht zum Deutschtest antraben müssen. Der Regierungsrat lehnt eine Forderung der SVP-Fraktion ab, eine solche Vorschrift im Gesetz zu verankern.

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Das Luzerner Kantonsspital aus der Luft. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Das Luzerner Kantonsspital aus der Luft. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Im Gesundheitswesen sei es von grosser Wichtigkeit, dass das Pflegepersonal, die Ärzte und die Patienten sich verstehen würden, begründete die SVP ihre Forderung nach einer Deutschprüfung. Mit einer guten Verständigung könnten Fehler verhindert werden.

Auch der Luzerner Regierungsrat ist der Ansicht, dass die Kommunikation im Spital wichtig sei. Trotzdem sei es weder sinnvoll noch notwendig, den Spitälern und Heimen vorzuschreiben, dass Fremdsprachige nur angestellt werden dürften, wenn sie eine Deutschprüfung bestanden hätten.

Die Spitäler und Heime wüssten selbst am besten, wie wichtig die deutsche Sprache für die konkrete Stelle sei, und könnten dieses Kriterium entsprechend gewichten. Es sei im Interesse der Institutionen, Personen einzustellen, die die für die Patientensicherheit notwendigen Sprachkenntnisse hätten. Für eine Selbstverständlichkeit brauche es keine gesetzliche Regelung.

Der Regierungsrat gibt ferner zu bedenken, dass es auch vorkommen könne, dass sich nur Fremdsprachige für eine Stelle bewerben würden. Es könne sinnvoller sein, eine solche Person anzustellen als die Stelle unbesetzt zu lassen. Diese Mitarbeiter könnten dann Deutschkurse besuchen.

Geregelt ist die Sprachkompetenz bei Medizinalpersonen, die fachlich selbständig arbeiten wollen. Diese müssten eine Amtssprache des jeweiligen Kantons beherrschen, um eine Berufsausübungsbewilligung zu erhalten, schreibt der Regierungsrat. (sda)