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LUZERN: «Kein Kitsch, wir reden von Menschen»

Im Rahmen des Tages seltener Krankheiten wird auf das Leid der betroffenen Kinder und Jugendlichen aufmerksam gemacht. Der Luzerner Sänger Lerocque hat dazu einen berührenden Song komponiert.
Stephan Santschi
Pedro Rodrigues mit seiner Verlobten Carmen Bieri in ihrer Wohnung in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 18. Februar 2017)t)

Pedro Rodrigues mit seiner Verlobten Carmen Bieri in ihrer Wohnung in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 18. Februar 2017)t)

«Perfect». So heisst der Song des Luzerners Lerocque, der heute in der Kindercity in Volketswil erstmals öffentlich präsentiert wird. Gewidmet ist er den 350 000 Kindern und Jugendlichen, die in der Schweiz an einer seltenen Krankheit leiden. Auf ihr Leid soll aufmerksam gemacht werden, auf den Alltag mit medizinischen Behandlungen, schulischen Hürden und dem Kampf um Kostenübernahme der Versicherungen. Veranstalter des Events ist der Förderverein für Kinder mit seltenen Krankheiten (KMSK).

«Perfect». Auf ihre Art perfekt, so umschreibt Lerocque jene Kinder, denen das Schicksal besonders grosse Herausforderungen mit auf den Weg gegeben hat. «Das Thema ist zu ernst, um auf die Tränendrüse zu drücken, es braucht im Songtext keinen Kitsch», erklärt der 27-Jährige. «Es gibt so viele unterschiedliche Charaktere, verschiedene Hautfarben, eine wunderschöne Vielfalt. Dazu zählen auch diese Kinder. Wir reden von Menschen, das ist meine Kernaussage.» Um sich inspirieren zu lassen, habe er vor der Komposition Interviews mit betroffenen Eltern gelesen und dabei erfahren, wie abschätzig sie und ihre mitunter verhaltensauffälligen Kinder in der Öffentlichkeit angeschaut werden. «Fragen aber tut niemand, dabei würden sie sehr gerne erzählen. 24 Stunden pro Tag sind die Eltern für ihre kranken Kinder da, befinden sich wie in einer Blase.» In seinem Song erhalten sie nun eine Stimme, mehr noch: Der Erlös aus dem Verkauf (siehe Kasten) geht vollumfänglich an den Förderverein KMSK.

Als Lerocque, mit bürgerlichem Namen Pedro Rodrigues, über sein Label für den Auftrag angefragt wurde, habe er keinen Moment gezögert – wohl wissend, dass seine Arbeit unentgeltlich sein wird. Nur wenige Stunden habe er für das Schreiben des Textes gebraucht, ein Ausdruck dafür, dass er sich selber mit dem Thema identifizieren kann. In seinem näheren Umfeld kenne er zwar kein Kind mit einer seltenen Krankheit, während der Arbeit kam er aber mit drei betroffenen Familien in Kontakt. «Berührungsängste gab es von beiden Seiten her nicht. Ich wurde von den Kindern restlos verzaubert.» Die Musik sei für ihn schon immer eine Möglichkeit gewesen, um die eigenen Emotionen auszudrücken. «Das Leben in all seinen Farben inspiriert mich.»

Geboren in Porto, kam Pedro Rodrigues als Kleinkind mit seiner Familie in den Kanton Luzern, lebte in Egolzwil, Wauwil und ist nun mit seiner Freundin Carmen in Littau zu Hause. Im nächsten Juni wird er sie vor den Traualtar führen.

Der nächste Auftritt im März in Luzern

Mit seiner Band One Day Remains, die von Claudio Rodriguez (Gitarre) und Silvan Stirni­mann (Schlagzeug) komplettiert wird, brachte er im letzten Jahr das erste Album «Life Is Living» heraus. Ihre Auftritte bewegten sich bisher von kleinen Anlässen in Bars über Musikfestivals wie dem Heitere oder Gampel Open Air bis hin zur Endausscheidung des Eurovision Song Contest. «In diesem Jahr wollen wir noch etwas mehr auf der Bühne präsent sein», sagt Lerocque – das nächste Mal am 3. März im Luzerner Musikzentrum Sedel. Für den Lebensunterhalt reiche seine Leidenschaft nicht aus, «es ist in etwa ein Nullsummenspiel».

Wer weiss, vielleicht nützt sein Auftritt heute in Volketswil ja nicht nur den Kindern mit seltenen Krankheiten, vielleicht lanciert er auch seine persönliche Karriere als Sänger. «Je stärker meine Bekanntheit ansteigt, umso mehr Aufmerksamkeit bekommt auch das Thema, es ist eine Win-win-Situation.» Was ihm mit Sicherheit in Erinnerung bleiben wird, sind die Schicksale von Familien mit Kindern, die teils ums nackte Überleben kämpfen. «Die sich vielleicht etwas anders verhalten und ausdrücken. Die letztlich aber Freude an den kleinen Dingen des Lebens haben und halt einfach Kinder sind.» Auf ihre Art perfekt eben.

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

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