LUZERN: Kein Schnipseln an der 13er-Liste

Werden die Gaumenmandeln der Luzernerinnen und Luzerner künftig so entfernt, dass die Patienten gleichentags wieder nach Hause gehen? Oder übernachten sie nach dem Eingriff im Spital? Mitte Woche wird Gesundheitsdirektor Guido Graf das Geheimnis lüften.

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Operation. (Symbolbild Corinne Glanzmann (Wolhusen, 27. April 2017))

Operation. (Symbolbild Corinne Glanzmann (Wolhusen, 27. April 2017))

Guido Graf wird dann zusammen mit dem Präsidenten der Luzerner Ärztegesellschaft die Liste jener Spitalbehandlungen vorstellen, die ab Mitte Jahr in der Regel ambulant durchgeführt werden. Oder – umgekehrt, welche Eingriffe nur bei entsprechender medizinischer Indikation stationär vorgenommen werden.

Vor allem die Pläne über den Umgang mit einer Behandlung, die in erster Linie aus Kostengründen künftig im Prinzip ambulant erfolgen soll, sorgte bei den Hals-, Nasen- und Ohrenspezialisten für helle Aufregung. Die Entfernung der Gaumenmandeln – Tonsillektomie in der Sprache der Mediziner – wird zwar in der Tat auch ambulant erledigt, aber sie ist bei nichtstationärer Durchführung mitunter mit Risiken verbunden. Und diese wollen die HNO-Spezialisten nicht tragen.

Teilentnahme soll ambulant vorgenommen werden

Nun scheint ein Kompromiss gefunden. Nachdem die Gesundheitsdirektion vor zwei Monaten vertiefte Abklärungen in der Sache in Aussicht gestellt hatte, ist aus Fachkreisen zu hören, die Lis­te mit den 13 im Grundsatz ambulant durchzuführenden Eingriffen bestehe zwar nach wie vor. Das heisst: Auch die ­Gaumenmandel-Entfernung erscheint weiter auf der Liste. Allerdings haben sich die Abteilung Gesundheitsversorgung, die Spitäler und die Ärztegesellschaft dem Vernehmen nach gefunden. Die Verständigung soll demnach darin bestehen, dass für die Teilentfernung der Gaumenmandeln – Tonsillotomie im Ärztelatein – der Grundsatz ambulant vor stationär gilt. Bei vollständiger Entfernung soll die Behandlung jedoch stationär erfolgen.

Pikant an der Sache: Das partielle Abweichen vom ursprünglichen Plan, die Tonsillektomie vollständig in den ambulanten Bereich zu verschieben, gründet offenbar nicht zuletzt auf ernst zu nehmenden fachlichen Bedenken über eine ausländische Studie, auf die sich die Gesundheitsdirektion ursprünglich berufen hatte.(bbr)