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LUZERN: Kein Stellvertreter: Auch in Schachen kam es zu Schulausfällen

Nicht nur in Emmen kam es zu Schulausfällen, sondern auch in Schachen. Allerdings nicht wegen des Geldes, versichert der Schulleiter. Der Kanton fordert die Schulen nun auf, sich für solche Fälle zu rüsten.
Roseline Troxler
ARCHIV - Ein leeres Klassenzimmer, fotografiert am 22.06.2017 in Berlin in einer Berliner Schule. (zu dpa «WE-Umfrage Schulschwänzer» vom 24.03.2018) Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Jens Kalaene) (Symbolbild: Jens Kalaene / DPA / Keystone)

ARCHIV - Ein leeres Klassenzimmer, fotografiert am 22.06.2017 in Berlin in einer Berliner Schule. (zu dpa «WE-Umfrage Schulschwänzer» vom 24.03.2018) Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Jens Kalaene) (Symbolbild: Jens Kalaene / DPA / Keystone)

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

Als die Schulkinder in Schachen an einem Montag Mitte März nach Hause gekommen sind, gab es Post für die Eltern. In einem Schreiben teilte die Schule mit: «Krankheitshalber fällt der Unterricht für die Klasse B in dieser Woche an den meisten Tagen aus.» Der ganze Freitag und mehr als die Hälfte der Stunden am Dienstag und Donnerstag wurden nicht unterrichtet.

Dies wird von Eltern aus Schachen kritisiert. Sie finden, dass die Kinder ein Anrecht auf die Schulstunden hätten.

«In so kurzer Zeit konnten wir keinen Ersatz finden»

Marco Racheter leitet die Schule Schachen. «Ich habe am Sonntag vom Ausfall der Lehrperson erfahren. Bei kurzfristigen Abwesenheiten können wir jeweils nur auf die anderen Lehrerinnen der Stufe und auf unseren Pool aus Stellvertreterinnen zurückgreifen. Leider konnte diesmal niemand die Stellvertretung übernehmen», sagt er auf Anfrage. «Der Unterrichtsausfall hat keine finanziellen Gründe. In den letzten drei Jahren ist es das erste Mal, dass wir keinen Stellvertreter gefunden haben.» Es gebe keine Regelung, dass ein Stellvertreter erst ab einer bestimmten Zeit gesucht würde, führt Racheter aus. Dies war in Emmen der Fall (wir berichteten). Bei einem Ausfall bis zu einer Woche wurde dort keine Stellvertretung organisiert. Grund ist der budgetlose Zustand der Gemeinde.

Parlamentarier reichten zwei Anfragen ein

Inzwischen werden in der Gemeinde Emmen allerdings wieder Stellvertreter gesucht, wenn ein Lehrer krank ist. Denn die Antwort der Regierung auf zwei Anfragen im Parlament war eindeutig: «Bei Ausfall von Lektionen und Unterrichtszeit verletzt die Gemeinde das Recht der Lernenden auf Unterricht und Betreuung», schrieb die Regierung. Bildungsdirektor Reto Wyss (CVP) sagte vor dem Parlament, dass ihm keine weitere Schule bekannt sei, die «systematisch auf Stellvertretungen verzichtet.» Er versicherte: «Wird uns ein Fall gemeldet, dann werden wir aktiv.»

Eine Anfrage bei der Dienststelle Volksschulbildung zeigt, dass dem Kanton der Unterrichtsausfall in Schachen nicht bekannt war. Dienststellenleiter Charles Vincent betont denn auch: «Die Devise ist klar, der Unterricht muss wann immer möglich stattfinden, ein Stellvertreter mit allen Mitteln gesucht werden.» Dies würden auch die Parteien im Kantonsrat unisono verlangen. Dennoch räumt Vincent ein, dass es Fälle gibt, wo die Suche nicht erfolgreich ist. «Gerade in der Grippezeit kann diese eine Herausforderung sein.» Deutlich einfacher sei es während den Semesterferien der Pädagogischen Hochschulen.

Kanton fordert von den Schulen ein Konzept

Charles Vincent rät den Schulen, eine Liste mit möglichen Stellvertretern anzulegen. Und er fordert von den Schulleitern ein Notfallkonzept. «Fällt eine Lehrperson aus, muss die Schule die Betreuung der Schüler sicherstellen. Heute kann die Schule nicht mehr erwarten, dass jemand für die Betreuung zuhause ist.» Als Möglichkeit für rasche und kurzfristige Massnahmen nennt er, die Kinder in andere Klassen zu integrieren oder durch eine in der Klasse oder Schule anwesende Fachperson zu unterrichten. Wie Annamarie Bürkli, Präsidentin des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbands im Januar sagte, sind Lehrer aber nicht mehr einfach gewillt, Sondereinsätze zu leisten, ohne entlöhnt zu werden.

Laut dem Leiter der Dienststelle wurde das Thema Unterrichtsausfall und Stellvertreter jüngst auch an der Konferenz der Schulleiter diskutiert. Vincent kündigt an, dass der Kanton prüfen wird, ob an den Schulen ein solches Konzept vorliegt. Ausserdem rechnet er damit, dass sich vermehrt Eltern beim Kanton melden, wenn der Unterricht ausfällt, da nun klarer sei, welche Regeln gelten. Seit Januar hätten sich bereits mehrfach Eltern an die Dienststelle Volksschulbildung gewendet.

Marco Racheter kündigt an, dass Schachen das Konzept diskutieren und allenfalls anpassen wird. «Einen längeren Ausfall werden wir auch in Zukunft mit allen Mitteln zu verhindern versuchen», so der Schulleiter. Die Schule Schachen hat den Eltern beim jüngsten Ausfall angeboten, nach individuellen Lösungen zu suchen, können sie die Betreuung nicht übernehmen. «Bei uns haben sich keine Eltern gemeldet.»

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