LUZERN: Kein Streptomycin-Einsatz an Obstbäumen

Wegen der kühlen Witterung haben die Luzerner Obstbauern in diesem Frühling auf den Einsatz des Pflanzenschutzmittels Streptomycin gegen Feuerbrand verzichtet. Die Kriterien für den Einsatz und die Freigabe des Antibiotikums waren nicht erfüllt.

Drucken
Teilen
Bleiben in diesem Jahr von Pflanzenschutzmitteln verschont: Luzerner Obstbäume. (Bild: Arichiv / Neue LZ)

Bleiben in diesem Jahr von Pflanzenschutzmitteln verschont: Luzerner Obstbäume. (Bild: Arichiv / Neue LZ)

Das Feuerbrandbakterium sei in Kleinwangen auf einzelnen Apfel- und Birnenblüten nachgewiesen worden. Die Zahl der Bakterie pro Blüte sei jedoch klein gewesen. Wegen der kühlen Witterung hätten sich diese nicht vermehrt, teilte der Kanton Luzern am Mittwoch mit.

Luzern verzichtet daher auf eine Analyse des Honigs auf Rückstände von Streptomycin. An den jährlichen im Juli startenden Feuerbrandkontrollen hält der Kanton jedoch fest.

In Regionen mit Vorjahresbefall oder auf Nachzüglerblüten könnten Blüteninfektionen nicht ausgeschlossen werden. Weiter könnten Bäume mit Altbefall im Sommer und Herbst zu Neuinfektionen an gesunden Bäumen führen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Im Kanton Thurgau, in dem mehr als ein Drittel aller Schweizer Äpfel und etwa ein Viertel aller Birnen angebaut werden, konnten die Obstbauern dieses Jahr ebenfalls wegen des kühlen Wetters erstmals seit 2007 auf den Einsatz von Streptomycin verzichten.

Bisher mussten im Thurgau jedes Jahr mehrere Tonnen Honig wegen Antibiotikarückständen vernichtet werden. 2012 waren es 2,8 Tonnen Honig. Im Kanton Luzern war in den vergangenen fünf Jahren kein Honig mit Streptomycin belastet.

sda