LUZERN: Keine Alkoholtestkäufe wegen Spardruck

Die Alkoholtestkäufe durch Jugendliche sind im 2013 dem Spardruck zum Opfer gefallen. Die Luzerner Anlaufstelle für Suchttherapie bedauert dies.

Rahel Schnüriger
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Indem Jugendliche versuchten Alkohol zu kaufen, wurde in der Vergangenheit getestet, ob Verkäuferinnen und Verkäufer Ausweiskontrollen machen. (Gestellte Szene) (Bild: Archiv / Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Indem Jugendliche versuchten Alkohol zu kaufen, wurde in der Vergangenheit getestet, ob Verkäuferinnen und Verkäufer Ausweiskontrollen machen. (Gestellte Szene) (Bild: Archiv / Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Bei den letzten Testkäufen im 2012 kam jeder zweite Jugendliche unerlaubterweise zu Alkohol. Das entsprach gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von einem Drittel. Trotzdem hat sich die Luzerner Polizei entschieden, die Testkäufe im 2013 nicht durchzuführen. «Einerseits aus Ressourcengründen und andererseits aufgrund der schwierigen rechtlichen Situation», wie Urs Renggli, Chef des Fachbereichs Gastgewerbe bei der Abteilung Gastgewerbe- und Gewerbepolizei sagt.

Für die Luzerner Fachstelle Akzent, Prävention und Suchttherapie, die Testkäufe für die Luzerner Polizei organisiert hatte, war dieser Entscheid bedauerlich: «Es hat sich gezeigt, dass langfristig durchgeführte Testkäufe Wirkung erzielen», sagt Felix Wahrenberger von Akzent, Prävention und Suchttherapie.

Zahnloser Tiger

Im Kanton Luzern ist die nötige rechtliche Grundlage für Testkäufe zwar gegeben, doch bestehen auf Bundesebene Unklarheiten, die erst mit der Revision des Alkoholgesetzes geklärt werden. Bis das revidierte Alkoholgesetz in Kraft ist, verzichtet die Luzerner Polizei bei Testkäufen deshalb auf Anzeigen gegen Betriebe und Verkaufspersonal. Im 2014 will sie aber wieder Testkäufe durchführen.