LUZERN: Keine Biosgasanlage in Richenthal

Zwei Energiefirmen planen in Richenthal eine Biogasanlage. Doch der Standort erweist sich als ungeeignet. Gestorben ist das Projekt aber noch nicht.

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Wie in Inwil (Bild) planen zwei Energiefirmen auch in Richenthal eine Biosgasanlage. (Archivbild Neue LZ)

Wie in Inwil (Bild) planen zwei Energiefirmen auch in Richenthal eine Biosgasanlage. (Archivbild Neue LZ)

Im Gebiet Lupfen im Reider Ortsteil Richenthal soll ab 2015 eine Biosgasanlage entstehen. So die Absicht der Stadtwerke Zofingen und Energie Wasser Bern. Investiert werden sollen 14 Millionen Franken. Deshalb hätte das Land in eine Sonderbauzone umgezont werden sollen.

Doch die Vorprüfung des Kantons (siehe Kasten) hat nun ergeben, dass sich der Standort Lupfen nicht für eine regionale Biosgasanlage eignet. Am geplanten Standort hätten zusätzliche Anforderungen erfüllt werden müssen.

Das Projekt einer Biogasanlage im Wiggertal sei aber keineswegs gestorben, teilt die Trägerschaft am Freitag mit. Die Energiefirmen suchen nun einen neuen Standort im Wiggertal. Im Moment wird «ein konkreter Vorschlag vertieft geprüft». Ziel sei es, einen neuen Standort zur Vorprüfung einzureichen. Über den neuen Standort macht die Trägerschaft keine Angaben.

Die Trägerschaft gab am Freitag ebenfalls bekannt, dass sich am Projekt noch vier weitere Energiefirmen beteiligen: die IBAarau Wärme AG, die Städtischen Betriebe Olten, die Energie Thun AG sowie die Regionalwerke Baden.

Die geplante Anlage soll jährlich 33'000 Tonnen Gülle, Mist, Ernteabfälle sowie Grüngut aus Haushaltungen zu 27 Millionen Kilowattstunden Gas verarbeiten. Das Biogas soll ins Erdgasnetz eingespiesen werden. Ursprünglich war geplant, mit dem Bau 2014 zu beginnen. Die Inbetriebnahme war für 2015 vorgesehen.

Die Schwierigkeiten in Richenthal

Die Vorprüfung ergab, dass der Kanton Luzern die Idee einer Biogasanlage im Wiggertal grundsätzlich unterstützt. Eine Biogasanlage könne einen wertvollen Beitrag zur Energiestrategie des Kantons leisten, ist er der Meinung. Die Prüfung zeigt aber auch auf, dass am Standort Lupfen zusätzliche Auflagen zu erfüllen sind. Erwähnt wird beispielsweise die Vergrösserung des Huebbach-Gewässerraums, der zu weniger Platz für die Biogasanlage führt. Auch die Vorschläge zur Reduktion von Transporten auf der Strasse Richenthal-Langnau stossen auf Schwierigkeiten. Einerseits sind die Aussichten auf eine kantonale Bewilligung zur Einleitung von gereinigtem Abwasser aus der Aufbereitung von Gülle in die ARA schlecht. Anderseits kann die Idee einer Gülleumladestation aufgrund von Bauvorschriften kaum realisiert werden. Geplant war, dass Flüssigstoffe wie beispielsweise Gülle über eine unterirdische Leitung von 1,1 Kilometer Länge von Langnau zu geplanten Biogasanlage gepumpt werden, um Lastwagen-Fahrten zu verringern. Weiter entspreche die sanierungsbedürftige Kantonsstrasse von Langnau nach Richenthal nicht den aktuell gültigen Normen. Damit die Verkehrssicherheit für die Zu- und Wegfahrt zur Biogasanlage gewährleistet werden kann, müsste diese Strasse saniert werden. Da der Kanton dies im Moment nicht vorsieht, wäre der Ausbau von der Trägerschaft zu finanzieren, was für das Projekt wirtschaftlich nicht tragbar ist.

rem