LUZERN: Keine Eile bei der Spange-Süd-Planung

Die Spange Süd, eine Strassenverbindung zwischen dem A2-Anschluss Luzern-Kriens und dem Stadtgebiet südlich des Bahnhofs, ist für den Stadtrat «eine langfristige Massnahme». Er lehnt ein Postulat ab, das die umgehende Planung und Umsetzung der Zubringerstrecke fordert.

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Luzerns Verkehrsdirektor Adrian Borgulavor dem Bahnhofplatz. Gemäss dem Stadtrat handelt es sich bei der Spange Süd um eine langfristige Massnahme. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Luzerns Verkehrsdirektor Adrian Borgulavor dem Bahnhofplatz. Gemäss dem Stadtrat handelt es sich bei der Spange Süd um eine langfristige Massnahme. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Die FDP-Gemeinderäte begründen ihre Forderung damit, dass die Spange Süd nach wie vor Bestandteil des Agglomerationsprogramms Luzern sei, dass die Initiative «Kein Südzubringer in der Stadt» in der Volksabstimmung vom November 2012 abgelehnt worden sei und dass mehr Menschen zu mehr Mobilität führten.

Der Stadtrat schreibt in seiner am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme zum Postulat, dass er sich bewusst sei, dass die Spange Süd als Teil der Umfahrung der Innenstadt eine langfristige Schlüsselmassnahme darstelle.

Bei der Spange Süd handle es sich nach wie vor um eine langfristige Massnahme. Sie stelle einen Teil des Umfahrungsprojekts «Bypass» mit Zubringerstrassen dar. Voraussetzung für die Spange Süd sei die Realisierung des Gesamtsystems Bypass Luzern mit der Kapazitätserweiterung auf der Stadtautobahn.

Der Stadtrat sei sich bewusst, dass urbane und wirtschaftliche Entwicklungen Mehrverkehr für das gesamte Verkehrssystem generieren könne, auch im Bereich Autoverkehr.

Eine «gute urbane und wirtschaftliche Entwicklung» könne auch mit der Plafonierung des motorisierten Individualverkehrs und mit der Förderung der flächeneffizienten Verkehrsarten ermöglicht werden, schreibt der Stadtrat. «Verdichtung kann auch dazu führen, dass die zurückgelegten Wege kürzer werden.»

Die Planung der Spange Süd ist in der aktuellen Botschaft der Luzerner Regierung betreffend Bauprogramm der Kantonsstrassen in den Topf C eingeteilt. Somit sei der Zeitpunkt der Planung noch nicht festgelegt, heisst es. Eine rasche Planung, wie sie durch das Postulat verlangt werde, sei deshalb nicht vorgesehen. (sda)

Stadtregierung: Mit Plänen des Kantons unzufrieden

sda. Viele Fragen seien ungeklärt oder nicht zur Zufriedenheit der Stadt gelöst, schreibt der Stadtrat in einer Stellungnahme vom Donnerstag zum Projekt Gesamtsystem Bypass Luzern. Aus Sicht der Stadtregierung muss der Kanton das Vorprojekt nach der Vernehmlassung optimieren.

Die Linienführung der Hauptstrasse vom Schlossberg bis zum Friedental müsse so gestaltet werden, dass die Lärm- und Luftbelastung der Quartiere möglichst gering ausfalle, fordert der Stadtrat. Er schlägt vor, die Erweiterung auf vier Sprungen beim Rosenberg und auf drei Fahrspuren auf der oberen Zürichstrasse zu verzichten.

Daneben hält die Regierung die Integration des Velo- und Fussverkehrs ins Gesamtprojekt für nicht gelungen. Ihrer Meinung nach würde sich die Situation wegen Wartezeiten und geplanter gemeinsamer Rad- und Gehwegflächen vielerorts gegenüber heute verschlechtern.

Gemäss Stadtrat können die kantonalen Behörden zu wenig plausibel aufzeigen, wie der Verkehr in der Innenstadt und auf der Spital-, der Basel- und Sedelstrasse reduziert werden soll. Er verlangt zudem eine Überarbeitung der geplanten Strasse und des Zugangs beim Friedhof Friedental.

Die geplante neue Kantonsstrasse soll das Stadtzentrum vom motorisierten Individualverkehr entlasten und mehr Platz schaffen für den öffentlichen Verkehr. Unter anderem plant der Kanton eine durchgehende Busspur von Kriens über die Seebrücke bis zum Luzernerhof.

Die neue Hauptverkehrsachse führt vom Gebiet Schlossberg über die Friedentalstrasse zum neuen Autobahnanschluss Lochhof und weiter über die Reuss in das Gebiet Fluhmühle. Die "Spange Nord" ist mit 150 Mio. Franken veranschlagt. Das Projekt ist Teil der geplanten Autobahnumfahrung "Bypass".

Die Umfahrung der Stadt Luzern sieht neben der heutigen Stadtautobahn zwei neue zweispurige Tunnelröhren von rund 4 Kilometern unter der Stadt und der Reuss vor. Der Bund erarbeitet derzeit ein entsprechendes Projekt. Dieses kostet gemäss Schätzungen 1,5 bis 1,7 Milliarden Franken und soll bis 2035 realisiert werde.