LUZERN: Keine weitere Zusatzschlaufe für ZHB-Sanierung

Der Kantonsrat hat 20,05 Mio. Franken für die Sanierung der 1951 erbauten Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) in Luzern gesprochen, nicht ganz so viel wie vom Regierungsrat beantragt. Er verzichtete darauf, von der Stadt eine Kostenbeteiligung zu fordern.

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Blick auf die ZHB beim Vögeligärtli. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Blick auf die ZHB beim Vögeligärtli. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Das im Juni 2010 vom Kantonsrat gutgeheissene ursprüngliche Sanierungsprojekt war von 18,9 Millionen Franken ausgegangen. Diese Planung war aus finanziellen Gründen gestoppt und dann vom Kantonsparlament abgebrochen worden. Gefordert wurde statt einer Sanierung ein Abriss des Gebäudes und ein grösserer Neubau, in dem auch das Kantonsgericht zu integrieren sei.

Die Stadt und Denkmalpfleger wehrten sich gegen diese Abrisspläne. 2014 hiessen die Stimmberechtigten der Stadt eine Initiative gut, die den Abriss des Gebäudes verunmöglichte. 2015 wurde der Bau von Otto Dreyer im "Vögeligärtli" unter Denkmalschutz gestellt.

Ausser Spesen nix gewesen

Die dringliche Sanierung sei mit unmöglichen Ideen verzögert worden, resümierte Katharina Meile (Grüne) die jüngste ZHB-Geschichte. Diese ganze Diskussion habe nichts gebracht ausser Mehrkosten, sagte Marcel Budmiger (SP, Luzern).

Josef Wyss (CVP, Eschenbach) und Herbert Widmer (FDP, Luzern) waren sich einig, dass die ZHB nicht im jetzigen schlechten Zustand belassen werden könne, sondern saniert werden müsse. Samuel Odermatt (GLP, Sursee) sagte, das Sanierungsprojekt sei ein gutes Projekt.

Nicht mit den Sanierungsplänen abfinden konnte sich die SVP. Daniel Keller (SVP, Udligenswil) sagte, im Falle der ZHB gelte der Grundsatz "wer zahlt befiehlt" offenbar nicht. Die Stadt wolle eine aufwendige Sanierung, weigere sich aber, daran zu zahlen.

Keller beantragte Rückweisung und forderte, dass die Planung der Sanierung sistiert werde, damit der Kanton mit der Stadt eine Kostenbeteiligung vereinbaren könne. Die Stadt müsse mindestens 10 Prozent der Sanierungskosten tragen, forderte Keller.

Regierungsrat Marcel Schwerzmann verteidigte das Bauprojekt und warnte vor einer Rückweisung. Es sei keine Zeit mehr, um eine weitere Schlaufe zu drehen. Es gelte, das Projekt nun zu einem guten Ende zu bringen.

Das Parlament lehnte die von der SVP beantragte Rückweisung mit 72 zu 35 Stimmen ab. Mit 64 zu 44 Stimmen kürzte es aber den Kreditantrag der Regierung von 20,7 Millionen Franken um 650'000 Franken, dies auf Antrag von Peter Fabian (FDP, Inwil). Es handelte sich dabei um Baureserven. Der Kredit wurde mit 67 zu 37 Stimmen genehmigt. (sda)