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LUZERN: Kieshandel: Hoffen auf ruhigere Zeiten

Das Kiesgeschäft im Hinterland sorgt seit vielen Jahren immer wieder für negative Schlagzeilen. Möglicherweise wendet sich das Blatt nun zum Besseren. Noch beschäftigt die Staatsanwaltschaft aber eine Strafanzeige.
Kiesgrube. (Symbolbild / Christoph Borner-Keller)

Kiesgrube. (Symbolbild / Christoph Borner-Keller)

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch


Angesprochen auf die Strafanzeiger gegen einen früheren Mitarbeiter, sagt der Sprecher der Pirol AG Kiesaggregate: «Das ist eine längere Geschichte.» Der Mann, der im Zentrum dieser «längeren Geschichte» steht, arbeitete bis letztes Ja hr für die Pirol AG, die damals noch unter einem anderen Namen unterwegs war. Der nun laut gewordene Vorwurf lautet: Entwendung von Personenfahrzeugen. Das bestätigt die Luzerner Staatsanwaltschaft. Und sie ergänzt: Derzeit werde die rechtliche Situation geprüft.

Aufgrund von Aussagen des Pirol-Sprechers könnte es durchaus sein, dass noch weitere Anklagen folgen. Weshalb die Pirol AG und ihr Ex-Angestellter vor Monaten beschlossen, getrennte Wege zu gehen, erklärt der Unternehmenssprecher so: Man habe sich auseinandergelebt. Der Pirol-Vertreter bestätigt jedoch auch Abklärungen der «Zentralschweiz am Sonntag». Demnach hat der ehemalige leitende Mitarbeiter Personal, das auf der Lohnliste des Kiesabbauers geführt wurde, eigenmächtig in anderen und branchenfremden Betrieben eingesetzt. Das Vertrauen der Firmenbesitzer in deren Kadermann wurde wohl brüchig. War das der Trennungsgrund?

Beschuldigter und dessen Anwalt wissen noch nichts

Zurück zur Anzeige wegen der mutmasslichen Entwendung von Personenfahrzeugen. Weder der beschuldigte Ex-Mitarbeiter noch dessen Anwalt haben offenbar Kenntnis von dieser Massnahme. Das jedenfalls geht aus schriftlichen Statements hervor, die diese Woche von den beiden verfasst wurden. An der Justiz liegt es nun, abzuklären, ob es zu einem späteren Zeitpunkt dann tatsächlich zu einer Anklage oder gar Verurteilung kommt oder nicht.

Dass ein Arbeitgeber gegen einen ehemaligen Angestellten nachträglich rechtliche Schritte einleitet, ist sehr ungewöhnlich. Weniger erstaunt, dass ein solches Ereignis ausgerechnet im Umfeld des Kiesgeschäftes geschieht. Denn dieses Business ist nichts für Warmduscher. Geht es um den Abbau des wertvollen Rohstoffes, wird mit Haken und Ösen gekämpft.

Aufgrund der jahrelangen Auseinandersetzungen unter den Hinterländer Kiesabbauern erwuchs in der Vergangenheit meterweise Aktenmaterial. Gerichte und Strafuntersuchungsbehörden verwendeten Mannjahre für die Aufarbeitung der Querelen. Mitunter endeten diese erst vor Bundesgericht.

Von einem florierenden Kiesabbau profitieren alle

Das Kiesgeschäft ist zum einen auf regionale Abbauspots angewiesen. Denn es rechnet sich nicht, das schwere Material über grosse Distanzen zu transportieren. Zum anderen setzt dieses Metier eine sehr langfristige Strategie voraus. Die Unternehmer müssen darauf bedacht sein, dass ihnen der wertvolle Rohstoff nicht ausgeht. Aus diesem Grunde planen die Akteure die Erweiterungen ihrer Kiesgruben teils Jahrzehnte im Voraus.

So gilt es unter anderem, Bauernbetriebe aufzuspüren, deren Fortbestand aus irgendeinem Grund nicht gesichert ist. Um die Verkaufsbereitschaft zu erhöhen, ist seitens der Kaufinteressenten viel taktisches und rhetorisches Geschick nötig, aber auch der sichere Instinkt, finanzielle Notlagen zu erkennen, um daraus Nutzen zu ziehen.

In der Vergangenheit hatten etliche Störmanöver im Hinterländer Kiesgeschäft ihren Ursprung bei der Pirol-Vorgängerfirma und deren bereits erwähntem Ex-Mitarbeiter. Der Pirol-Sprecher stellt nun auf Anfrage in dieser Woche in Aussicht: «Wir sind bestrebt, als korrektes Unternehmen aufzutreten.»

Ein pfleglicher Umgang unter den Kiesunternehmern dürfte nicht nur für die Betriebe selber von Nutzen sein. Auch die ganze Region profitiert von einem möglichst reibungslosen und schwungvollen Kiesabbau. So nahm allein die Gemeinde Zell nur schon mit den Immissionsabgaben im letzten Jahr über 300 000 Franken ein.

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