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LUZERN: Kinder dürfen ihre eigene Kapelle gestalten

Die St.-Karls-Kapelle wird sich weiterentwickeln: Bald sollen die Kinder aus dem Quartier sie in Besitz nehmen, darin malen, basteln und Geschichten hören.
Die Karl Borromäus Kapelle der Pfarrei St. Karl soll zu einer Kinder Kapelle umgewandelt werden. Projektleiterin Eugenie Lang und Beni Ledergerber (von links nach rechts). (Bild: Eveline Beerkircher (Neue LZ))

Die Karl Borromäus Kapelle der Pfarrei St. Karl soll zu einer Kinder Kapelle umgewandelt werden. Projektleiterin Eugenie Lang und Beni Ledergerber (von links nach rechts). (Bild: Eveline Beerkircher (Neue LZ))

Wer sie nicht näher kennt, nimmt sie vielleicht kaum oder gar nicht wahr: die St.-Karls-Kapelle. Sie gehört zur gleichnamigen Pfarrei St. Karl in Luzern. Wenige wissen um die geschichtlichen Hintergründe dieses sakralen Kleinods nahe dem Brückenkopf an der Reuss, das auch dem St.-Karli-Quartier den Namen gab. Die Kapelle wurde 1660 von der Luzerner Patrizierfamilie Cloos neben deren damaligem Landhaus, dem heutigen Herrenhaus an der Spitalstrasse 91, erbaut. Dies in Erinnerung an die Verdienste des Karl Borromäus, Erzbischof von Mailand im 16. Jahrhundert. Dieser hatte sich am Vatikan als Fürsprecher oder sogenannter Protektor der Eidgenossen ausgezeichnet. Offensichtlich hatte der spätere Heilige am päpstlichen Stuhl auch einiges zu Gunsten Luzerns, speziell der Luzerner Patrizierfamilien, bewirkt. Deshalb wurde die Kapelle dem heiligen Karl Borromäus geweiht. Als im 20. Jahrhundert die Pfarrei St. Karl gegründet wurde, übertrug man das Karl-Borromäus-Patrozinium auf die Pfarrkirche.

Am Schulweg gelegen

Auch wenn sie um diese Entstehungsgeschichte kaum wissen dürften – viele Quartierkinder kennen die Kapelle. Sei es, dass ihr Schulweg daran vorbeiführt oder dass sie diesen auch mal so wählen, um daran vorbeizukommen. Ja, es gebe immer wieder Kinder, welche beim Vorbeigehen einen Blick hineinwerfen und auch mal kurz verweilen, sagt Eugénie Lang, Teamleiterin der Pfarrei St. Karl in Luzern. Sie erzählt, dass die Klassen im Religionsunterricht in gewisser Regelmässigkeit die Kapelle mit den Lehrpersonen aufsuchen: für Gespräche im Klassenverband, für Rituale oder einen Austausch im kleinen Kreis etwa.

Beliebt und geschätzt sind die «Märchenzeiten» mit Stefan Ludin, die hin und wieder für die Kinder angeboten werden, aktuell auch jetzt wieder in der Adventszeit. Im Dezember wird aber statt eines Märchens eine Weihnachtsgeschichte erzählt und weiterentwickelt, die dann gezielt auf Weihnachten hinführt. Darüber hinaus wählten Familien hin und wieder die Kapelle für Taufen. «Die intime, besondere Atmosphäre der Kapelle spricht die Leute an», sagt Eugénie Lang. Trotzdem: Alles in allem hat die Karl-Borromäus-Kapelle eher ein Schattendasein gefristet und ist auch öfters über längere Zeit geschlossen geblieben.

Kinder können kreativ sein

Das soll sich ändern, hat sich das Team der Pfarrei St. Karl gesagt und dafür ein Projekt gestartet. «Als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit und der Beheimatung soll die Kapelle für die Kinder der Pfarrei zu einer eigentlichen Kinderkapelle werden», so das Projektziel. Teamleiterin Eugénie Lang sagt, was das konkret heisst: Das Kapelleninnere soll kindergerecht gestaltet und immer wieder auch geändert werden – und die Kinder sollen dabei selber Hand anlegen können. Jahreszeiten, religiöse Feste, biblische Szenen und Inhalte sollen in die Dekoration und die Ausgestaltung der Kapelle einfliessen. Mit Malen, Zeichnen, Dekorieren mit Tüchern und anderen Materialien dürfen künftig die Kinder den Raum kreativ ausgestalten.

Angebote wie die erwähnte «Märchenzeit» will das Pfarreiteam ausbauen; Theaterszenen könnten da eingeübt und gespielt, Posten mit Rätseln, mit Aufgaben zum Verweilen und Geschichten zum Anhören zur Verfügung stehen. «Ein offener Ort ist das Ziel. Neue weitere Ideen sind willkommen», sagt Eugénie Lang. Und natürlich wird die neue Ausrichtung, die «Beheimatung für Kinder», auch nach aussen dokumentiert: «Kinderkapelle» soll demnächst in grossen, farbigen Lettern über der Kapellentür prangen.

Zukunft hat bereits begonnen

Die Zukunft als Kinderkapelle hat für die St.-Karls-Kapelle bereits begonnen: Noch bis zum Weihnachtstag ist der Altar in der Kapelle mit Tüchern abgedeckt. Statt des Altars sieht man eine Krippenlandschaft. Die aufgestellten Figuren mit dem niedlichen Lamm Wölkli stammen aus der Geschichte, die auf dem bereitstehenden Tonträger abgerufen werden kann. Stefan Ludin hat sie entwickelt. Der ausgebildete Märchenerzähler spricht sie denn auch selber. Dies noch bis Weihnachten: «Am Weihnachtstag wird die Krippenlandschaft dann abgebaut und in die Pfarrkirche gezügelt», sagt Eugénie Lang. In der Kinderkapelle selber soll es aber bald mit weiteren Aktivitäten weitergehen.

Hannes Bucher

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