LUZERN: Kinderschutz: Schulen melden Probleme spät

Wenn Kinder gefährdet sind, werden Schulen oft als erste aufmerksam. Eine Studie zeigt: Tendenziell zögern diese Gefährdungsmeldungen zu lange hinaus.

Florian Weingartner
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Ein Schüler steckt beim Lösen eines Arbeitsblattes fest. (Bild: Keystone)

Ein Schüler steckt beim Lösen eines Arbeitsblattes fest. (Bild: Keystone)

Die Schulen sind ein wichtiger Partner der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) und gehörten zu den wichtigsten Lieferanten von Gefährdungsmeldungen, sagt Markus Erni, Präsident der KESB Regionen Hochdorf und Sursee. «Ihre Meldungen machen einen wesentlichen Anteil aus.»

230 Fälle untersucht

Doch es könnten mehr sein. Eine 2014 öffentlich gemachte Studie der Hochschule Luzern Soziale Arbeit (HSLU) hat unter anderem 230 Fälle aus der Zentralschweiz und Zürich untersucht. Es hat sich gezeigt, dass der letzte Schritt, die Gefährdungsmeldung an die Vormundschaftsbehörden, zu selten gemacht wurde. Studienleiter Andreas Jud sagt auf Anfrage der «Neuen Luzerner Zeitung»: «In der Tendenz wurde ein Eingreifen mittels Gefährdungsmeldung an die Behörden zu lange hinausgezögert. Oft waren die Schwierigkeiten schon seit dem Kindergarten bekannt.» Die Verantwortlichen hätten sich aber zu oft damit zufrieden gegeben, dass die Eltern sich kooperationsbereit gezeigt hätten. «So wurden Fälle, in denen die Behörden hätten eingreifen müssen, gar nicht erst gemeldet», erklärt Jud.

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