LUZERN: Kirche verschärft Regeln gegen Übergriffe

Das römisch-katholische Kirchenparlament des Kantons Luzern gibt sich Regeln im Umgang mit Übergriffen. Manchen sind sie zu wenig streng.

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Die Tagung der Synode im Luzerner Regierungsgebäude. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Die Tagung der Synode im Luzerner Regierungsgebäude. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Die Seelsorgenden im Kanton Luzern sollen sich genauer auf die Finger schauen und sexuelle Missbräuche konsequent anzeigen. Dies verlangt die Synode, das Parlament der römisch-katholischen Landeskirche von Luzern, in einer Erklärung. Diese soll die Kirchgemeinden für das Problem von Missbräuchen sensibilisieren.

Manchen Vertretern des Parlamentes ging die Erklärung zu wenig weit. Iva Boutellier von der Fraktion Luzern hätte gerne verbindlichere Forderungen auf dem Papier gesehen. Das Bistum Basel hat vergleichbare Richtlinien bereits aufgestellt.

Hierarchie als Problem?
In ihrer Erklärung bemängelt das Kirchenparlament, dass die Hierarchie und der Mangel an Gewaltentrennung in der Kirche Missbräuche und Verfehlungen begünstigen würden.

Dem widerspricht Giuseppe Gracia vom Bistum Basel vehement: Es gehe nicht an, dass man die Verfehlungen einzelner auf ein System abschiebe.

Vom Januar bis Juni dieses Jahres haben sich laut Statistik der Schweizerischen Bischofskonferenz 104 Opfer von 72 mutmasslichen Tätern gemeldet. Die meisten Missbräuche geschahen vor 1990.

lm.

Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie in der «Neuen Luzerner Zeitung» vom 4. November.