LUZERN: Kitesurfen auf Sempachersee wird erlaubt

Kitesurfer erhalten auf dem Sempachersee eine separate Zone. Der Kanton Luzern liess sich umstimmen und hat die Bestimmungen gelockert – mit Einschränkungen. Umweltverbände kritisieren den Entscheid.

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Kitesurfen wird auf dem Sempachersee erlaubt. (Bild: Keystone/Mani Mürner)

Kitesurfen wird auf dem Sempachersee erlaubt. (Bild: Keystone/Mani Mürner)

Ab Mitte Februar ist das Kitesurfen auf dem südlichen Teil des Sempachersees mit Einschränkungen erlaubt. Das hat die Luzerner Regierung entschieden. Noch im Dezember sprach sich das Justiz- und Sicherheitsdepartement für ein Verbot aus. Konkret ist eine Fläche zwischen Höhe Nottwil und Eich für das Kitesurfen freigegeben worden (siehe Grafik). Die Uferzone darf lediglich auf dem kürzesten Weg zum Starten und Landen an geeigneten Plätzen befahren werden.

Wie alle anderen Seebenützer müssen auch Kitesurfer einen Abstand zu Schilf sowie anderen Wasserpflanzen einhalten. «Damit kann den Befürchtungen bezüglich Naturschutz und der Verkehrssicherheit Rechnung getragen werden», so die Regierung. Start- und Landeplätze kann der Kanton Luzern aus rechtlichen Gründen nicht bereitstellen. Die neue Regelung gilt vorerst für zwei Jahre.

Regierungsrat für Mittelweg

Zum Kitesurfen auf dem Sempachersee sind in der Vernehmlassung kontroverse Meinungen der politischen Parteien und Verbände eingegangen. Gegen ein Verbot sprachen sich SP, SVP und FDP aus, für ein Verbot CVP, GLP und Grüne (wir berichteten »). Die betroffenen Gemeinden befürworteten die Zulassung des Kitesurfens, allerdings sprachen sich einige auch für Einschränkungen aus.

Der Regierungsrat habe sich für einen Mittelweg zwischen Totalverbot und unregulierter Freigabe entschieden. «Damit sollen einerseits die Schutzziele für den relativ kleinen See berücksichtigt werden: Erhaltung der See- und Uferlandschaft als Lebensraum, Sicherung des Gebiets durch schonende Nutzung sowie Bewahrung empfindlicher Tier- und Pflanzenarten vor Störungen. Andererseits soll die Ausübung des Sports möglich sein», schreibt die Regierung.

Kanton Luzern: Hier ist Kitesurfen erlaubt

  • Luzernischer Teil des Vierwaldstättersees ausserhalb der Seebuchten von Luzern und Horw (wie bisher)
  • Südlicher Teil des Sempachersees mit Einschränkungen (neu)
  • Luzerner Teil des Zugersees mit Ausnahme der inneren Uferzone (neu)

Kitesurfen auf dem Hallwilersee bleibt verboten.

Das machen die anderen Kantone

Der Bund gibt den Kitesurfern ab 2016 grünes Licht. Auf allen Schweizer Seen ist das Surfen mit einem Lenkdrachen grundsätzlich erlaubt. Auf dem Zugerseeund dem Ägeriseeist das Kitesurfen grundsätzlich erlaubt. Das Kitesurfen auf dem Urnerseeist von Februar bis November tagsüber bei klarer Sicht zwischen 8 Uhr und 21 Uhr gestattet. Tabu ist eine Uferzone bis 150 Meter auf den See hinaus - ausser für Landungen und Starts. Gegenüber Kursschiffen müssen die Sportler einen Abstand von mindestens 200 Metern einhalten. Im Bereich Rütli bis Treib ist das Kitesurfen jedoch aus Sicherheitsgründen verboten. Auf dem schwyzerischen Teil des Zürichseesist das Kitesurfen wegen der herrschenden Windverhältnisse nur an wenigen Tagen im Jahr möglich. Auf dem Grossteil des Vierwaldstättersees(mit Ausnahme des Luzerner Seebeckens) ist das Drachensegeln bereits erlaubt. Auf dem Lauerzerseebleibt das Kitesurfen verboten. Dies wegen den grossen Schutzzonen für Pflanzen und Tiere. Aufgrund der Topografie eignet sich der Wägitalerseenicht zum Kitesurfen. Das Verbot bleibt bestehen. Auch auf dem Alpnacherseeund dem Sarnerseewird per 15. Februar das Kitesurfen aufgehoben.

Naturschutzorganisationen kritisieren den Entscheid

pd/zim. Für Pro Natura Luzern, BirdLife Luzern und WWF Luzern ist der Entscheid des Luzerner Regierungsrats unverständlich, das Kite-Surf-Verbot auf dem Sempachersee aufzuheben. Die Aufhebung des Verbots schwächt die Bedeutung des Sempachersees als Schutzgebiet und Lebensraum von Tieren und Pflanzen, heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung der drei Naturschutzorganisationen. Sie befürchten eine zunehmende Wassersportaktivität auf dem Sempachersee, die nicht ohne negative Auswirkungen auf die geschützten Uferzonen und die Bestände störungsempfindlicher Wasservögel bleiben wird. Problematisch sei insbesondere auch, dass der Kanton die Start- und Landeplätze nicht vorgibt.

pd/rem

Auf dem markierten Teil ist Kitesurfen erlaubt. (Bild: PD)

Auf dem markierten Teil ist Kitesurfen erlaubt. (Bild: PD)

Ein Kitesurfer auf dem Zugersee. (Bild Stefan Kaiser)

Ein Kitesurfer auf dem Zugersee. (Bild Stefan Kaiser)