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LUZERN: Klirrende Kälte hält Region in eisigem Griff

Auf 8 Grad unter null sanken die Temperaturen am Montagmittag in der Stadt Luzern. Darunter leiden alle, die sich nicht ins warme Büro verziehen können. Und im Zoo herrscht Kurzarbeit.
Die schönen Seiten der Kälte: Eiszapfen am Ufer des Sempachersees in Nottwil. (Bild: Pius Amrein (26. Februar 2018))

Die schönen Seiten der Kälte: Eiszapfen am Ufer des Sempachersees in Nottwil. (Bild: Pius Amrein (26. Februar 2018))

Kilian Küttel und Chiara Stäheli

region@luzernerzeitung.ch

Der Winter lässt die Schweiz nicht kalt: Nach einem milden Januar strömt dieser Tage eisige Luft aus dem Osten in Richtung Europa. «Die sehr kalte sibirische Luftmasse hat sich aufgrund eines kräftigen Hochdruckgebietes über Nordskandinavien in Bewegung gesetzt. Daher bringt die Bise nun eiskalte Luft in die Schweiz», erklärt Christophe Voisard von Meteo Schweiz. Am Montagmittag zeigt das Thermometer 8 Grad unter dem Gefrierpunkt an, wegen der bissigen Bise fühlt sich die Kälte noch klirrender an.

Zoobewohner 1 Stunde an der Kälte

Besonders frieren dürften jene, die sich von Natur aus wärmere Bedingungen gewöhnt sind – wie zum Beispiel Straussen, Geparden, Leoparden und Panther. Tiere also, wie es sie in «Tonis Zoo» in Rothenburg zu bestaunen gibt. Und das ist auch trotz der Kälte möglich. Inhaber Toni Röösli sagt auf Anfrage unserer Zeitung: «Wir geben den Tieren dieser Tage das, was sie wollen.» Heisst: Die Stallungen sind stärker geheizt als normalerweise. Doch deswegen bleiben die Zoobewohner nicht im Warmen eingesperrt: «Die Tiere können immer nach draussen, wenn sie das möchten», so Röösli. Und von diesem Angebot machen sie auch Gebrauch. So suchten namentlich der Gepard und der Leopard immer wieder das Aussengehe auf. Allerdings weniger lange, als üblicherweise: «Das ist gleich wie beim Menschen – auch dieser bewegt sich gerne, muss sich zwischendurch aber auch aufwärmen.» Gut eine Stunde würden es die Zoobewohner an der Kälte aushalten. In Rothenburg gilt also im Moment Kurzarbeit.

Empfindliche Pflanzen ins Gewächshaus

Dafür hatte die Belegschaft der Gärtnerei Schwitter in Inwil letzte Woche alle Hände voll zu tun. «Wir haben etliche Massnahmen ergriffen, um unsere Pflanzen vor der Kälte zu schützen», erklärt Geschäftsführer und Inhaber Roman Schwitter. Seine Mitarbeiter brachten empfindliche Pflanzen im Gewächshaus unter und packten die anderen in eine schützende Schicht aus Flies. Zwar lägen auch im Gewächshaus die Temperaturen unter null Grad, dafür aber hätte der Wind keinen Einfluss. «Dieser macht den Gewächsen weit mehr zu schaffen als nur die Kälte», so Schwitter. Denn durch die Bise würden diese mehr Wasser verlieren und trockneten dadurch schneller aus. Nichtsdestotrotz schätzt Schwitter die Situation als wenig dramatisch ein: «Einerseits dauert die Kälteperiode ja nur wenige Tage. Andererseits gab es im Januar genügend Niederschlag, sodass die Böden genügend gesättigt sind.» Einen grossen Einfluss auf die Vegetation werden die Kältetage auch gemäss Meteorologe Voisard nicht haben: «Da die Pflanzen in der Vegetationsruhe sind, kann ihnen die Kälte nichts anhaben. Vereinzelte Schäden durch die Minustemperaturen sind einzig bei exotischen Pflanzen zu erwarten - so beispielsweise beim Feigenbaum.»

Keinen verstärkten Zulauf in der Gassenküche

Doch nicht nur Tier und Pflanzen sind der Kälte ausgesetzt, auch der Mensch friert. Nebst Bau- und Forstarbeitern gibt es jene, die nach Feierabend nicht in die eigenen vier Wände zurückkehren können. Wider Erwarten verzeichnet die Luzerner Notschlafstelle dieser Tage aber keinen verstärkten Zulauf. Wie Leiter Urs Schwab erklärt, seien im Moment zwölf der 15 Schlafplätze belegt. Doch wieso nehmen nicht mehr Personen das Angebot der Notschlafstelle wahr, wenn es so bitterkalt ist wie jetzt? «Eine mögliche Erklärung ist, dass einige bei Freunden oder Familienmitglieder eine Bleibe gefunden haben. Wenn die Bedingungen so extrem sind wie jetzt, werden obdachlose Personen besser von ihrem sozialen Netz aufgefangen», so Schwab. Ähnliches ist auch von der Gassenküche Luzern am Geissensteinring zu vernehmen. Laut Betriebsleiterin Franziska Reist kommen nicht auffällig mehr Personen zum Essen vorbei als an normalen Tagen. «Aber wir stellen fest», so Reist, «dass sich die Leute eher in den Innenräumen aufhalten als sonst.» Zudem werden mehr Menüs gegessen und mehr Tee ausgeschenkt als normalerweise. In den nächsten zwei Tagen schenkt die Gassenküche jeweils Mittags gratis Suppe aus. Damit auch diejenigen etwas Warmes in den Magen bekommen, die es sich die fünf Franken pro Essen nicht leisten wollen oder können.

Ein Lichtblick dürfte auch sein, dass die Kälte nicht ewig andauert. Laut Christophe Voisard von Meteo Schweiz dürfte die Kältewelle nur bis Dienstag andauern, bereits am Wochenende sollen gemäss Prognosen die Temperaturen wieder auf nahezu 10 Grad steigen.

Hinweis: Die aktuelle Wetterprognosen »

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Bild: Grafik: LZ

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