Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

LUZERN: Klubbetreiber wegen Nötigung verurteilt

Trotz früherer Dementi seitens Milos Kant: Das Bezirksgericht Luzern sieht es als erwiesen an, dass der einstige Opera-Club-Mitbesitzer Mitarbeiter genötigt hat.
Thomas Heer
Milos Kant (rechts) und Princesse-Betreiber Massimo Minacapilli im Opera Club in Luzern im Jahr 2012. (Bild: Remo Naegeli / Neue LZ)

Milos Kant (rechts) und Princesse-Betreiber Massimo Minacapilli im Opera Club in Luzern im Jahr 2012. (Bild: Remo Naegeli / Neue LZ)

Der Termin vom vergangenen 3. März vor dem Bezirksgericht Luzern ist der vorläufig letzte Akt in der Auseinandersetzung zwischen Milos Kant und einiger seiner früheren Mitarbeiter. Die Anfänge dieser Affäre gehen zurück ins Jahr 2012. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Kant zu jener Zeit vier Angestellte seines Opera Club im Zusammenhang von Rückzahlungsverträgen – dazu später mehr – genötigt hat. Dafür wurde der 59-Jährige nun zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 160 Franken verurteilt, total also 19 200 Franken. Im vorangegangenen Strafbefehl, den Kant anfocht, legte die Staatsanwaltschaft eine bedingte Strafe von total 28 800 Franken fest.

Durchsucht und verhaftet

Ob Kant auch das vorliegende Bezirksgerichtsurteil, in dem er auch in vier Fällen vom Vorwurf der Nötigung freigesprochen wurde, an die nächsthöhere Instanz weiterziehen wird, ist nach Ansicht seines Anwaltes noch offen. Zuerst müsse die Urteilsbegründung analysiert werden, heisst es seitens des Rechtsvertreters. Der Luzerner Strafverteidiger Mario Schenkel, der auf der Gegenseite eines der Nötigungsopfer vertritt, will sich erst dann zum Urteil äussern, wenn dieses rechtskräftig ist.

Die Affäre Kant hatte ihren Höhepunkt Ende Februar 2013. Damals erhielt er Besuch von der Polizei, die seine Büroräumlichkeiten sowie die Privatwohnung untersuchte. Beim Zugriff wurde diverses Material sichergestellt. Der Klubbetreiber verbrachte danach noch einige Tage in Untersuchungshaft.

Fragwürdige Rückzahlungsverträge

Nachdem Kant wieder auf freiem Fuss gewesen war, unterhielt er sich auch eingehend mit einem Journalisten der «Neuen Luzerner Zeitung.» Im Gespräch schilderte der Gastronom, wie es in seinem Club zu- und herging. Er machte unter anderem folgende Aussage: «Angestellte haben mich um gesamthaft 250 000 Franken betrogen.» Nach Kants Schilderung sei einerseits Geld bündelweise aus der Kasse geklaut worden. Andererseits hätten Angestellte ihren im Klub anwesenden und konsumierenden Komplizen bei der Geldrückgabe immer wieder zu viel zurückbezahlt.

Um wieder an das Geld zu gelangen, liess Kant Rückzahlungsverträge aufsetzen. Über den Daumen gepeilte Summen mussten von den Angestellten dann monatlich abgestottert werden. Im besagten Zeitungsartikel dementierte Kant, Mitarbeiter zur Unterschrift dieser Kontrakte genötigt zu haben. In vier Fällen ist das Gericht nun zu einem anderen Befund gekommen und verurteilte den früheren «Opera»-Mitbesitzer genau wegen dieses Deliktes.

Thomas Heer

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.