LUZERN: Kommission hält an Religion und Ethik fest

Die Kommission Erziehung, Bildung und Kultur (EBKK) des Luzerner Kantonsrates hat sich gegen die Streichung des Fachs «Religionskunde und Ethik» am Obergymnasium ausgesprochen. Die EBKK hält den Spareffekt der Streichung im Vergleich zum befürchteten Schaden für zu gering.

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Eine Unterrichtsstunde an der Kantonsschule Alpenquai: Tommi Mendel unterrichtet Schüler einer 5. Klasse im Fach Religion und Ethik, bei welchem der Regierungsrat sparen will. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Eine Unterrichtsstunde an der Kantonsschule Alpenquai: Tommi Mendel unterrichtet Schüler einer 5. Klasse im Fach Religion und Ethik, bei welchem der Regierungsrat sparen will. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Religionskunde und Ethik ist an den Luzerner Obergymnasien ein obligatorisches Zusatzfach. Der Regierungsrat möchte das Fach auf das Schuljahr 2016/17 aufheben und so den Staatshaushalt um 0,5 Millionen Franken jährlich entlasten.

Der Regierungsrat hält die Sparmassnahme für vertretbar, weil das Fach nicht Bestandteil des vom Bund vorgeschriebenen Fächerkanons für die Maturität sei. Zudem werde es weiterhin als Ergänzungsfach angeboten.

Knapper Entscheid

Die für die Bildung zuständige Kommission des Kantonsparlamentes will aber, dass das Fach Religion und Ethik obligatorisch bleibt. Sie habe sich mit knapper Mehrheit gegen die Streichung ausgesprochen, teilte sie am Freitag mit.

Begründet wurde dies damit, dass der Spareffekt gering sei. Es sei wichtig, dass die künftigen Führungsleute in Wirtschaft und Gesellschaft eine ganzheitliche Ausbildung genössen und ethische Wertvorstellungen vermittelt erhielten.

Der Teil der Kommission, der die Streichung befürwortet, verwies darauf, dass im Untergymnasium das Fach beibehalten bleibe. Zudem hätten auch Berufsschülerinnen und Berufsschüler kein Fach Religion und Ethik und würden dennoch über ethische Wertvorstellungen verfügen.

7000 Unterschriften

Die mögliche Streichung des Faches wird vom Kantonsrat im Dezember behandelt, wenn er das Budget 2015 und die Finanzpläne bis 2018 beschliesst. Die Bildungskommission kann zu diesem Geschäft mit einem Mitbericht Stellung beziehen. Federführend ist die Planungs- und Finanzkommission.

Auch die Kantonale Fachschaft Religion und Ethik an Luzerner Gymnasien fordert den Luzerner Kantonsrat auf, das Fach nicht zu streichen. Sie lancierte deshalb die Petition "NEIN zum drastischen Bildungsabbau im Kanton Luzern!», die bislang von gegen 7000 Personen unterzeichnet worden ist, wie Fachschaftspräsident Benno Bühlmann auf Anfrage sagte. Gesammelt wird noch bis am 20. November.

sda