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LUZERN: Kommission zerzaust WC-Pläne

Der Stadtrat will die WC-Anlage beim Inseli für 790 000 Franken sanieren. Viel zu teuer, sagt die Baukommission des Parlaments.
Die Stadt will die WC-Anlagen Inseli sanieren. Die Baukommission möchte die Kosten dafür deutlich senken. (Bild Dominik Wunderli)

Die Stadt will die WC-Anlagen Inseli sanieren. Die Baukommission möchte die Kosten dafür deutlich senken. (Bild Dominik Wunderli)

Als der Luzerner Stadtrat im Januar den neuen WC-Masterplan präsentierte, schlugen die Wellen hoch: Die gesamten Investitionskosten für die öffentlichen WCs von 4,5 Millionen Franken und insbesondere die 790 000 Franken für den Neubau der WC-Anlage auf dem Inseli stiessen vielen Parlamentariern sauer auf. Über einen Teilkredit von 1,1 Millionen Franken für die Umsetzung der Massnahmen erster Priorität entscheidet der Grosse Stadtrat am 5. März.

Die Massnahmen erster Priorität enthalten 790 000 Franken für den Umbau der WC-Anlage Inseli, 300 000 Franken für die Anlage Kreuzstutz und 20 000 Franken für Beschriftungen und Situationspläne. Der Baukommission des Grossen Stadtrates ist dies zu teuer: Sie findet, 350 000 Franken reichen für die Sanierung der Anlage auf dem Inseli. Der Kredit soll somit von 1,1 Millionen auf 670 000 Franken schrumpfen.

Kosten seien «unverhältnismässig»

Es handle sich bei der Sanierung der WC-Anlagen um eine Frage der Verhältnismässigkeit, sagt Baukommissionspräsident Reto Kessler (FDP). «Wir sehen ganz klar, dass eine Sanierung und die dazu gehörenden Investitionen nötig sind. Aber eine WC-Anlage, die so viel kostet wie ein kleines Einfamilienhaus, ist unverhältnismässig.» Man könne beispielsweise die Anlage sanft sanieren und als Ergänzung einen WC-Container aufstellen, so Kessler.

Die Anlage beim Inseli ist wegen des Car-Parkplatzes gemäss Stadtrat eines der Aushängeschilder der Stadt Luzern und heute in einem desolaten Zustand. Für die 790 000 Franken könnten neben dem Neubau auch die ganze Kanalisation und die sanitären Anlagen vollständig erneuert werden. Mit weniger als der Hälfte des Budgets sei dies nicht möglich, erklärt Stadtbaumeisterin Friederike Pfromm. «Wahrscheinlich werden dann nur die sanitären Anlagen erneuert und Teile im Innern des WCs saniert. Auf die Erneuerung der Kanalisation und der Hülle des WCs müssten wir verzichten.» Es sei natürlich alles andere als ideal, wenn man neue sanitäre Anlagen an eine alte Kanalisation anschliessen müsse, so Pfromm. «Die Kanalisation muss irgendwann saniert werden – oder die WCs werden geschlossen, wenn die Kanalisation nichts mehr taugt.»

Eine vollständige Sanierung der WC- Anlage auf dem Inseli hält die Baukommission nicht für nötig. «Das Inseli-Gelände wird wahrscheinlich nicht lebenslang ein Car-Parkplatz bleiben», meint Kessler. Sollte in Luzern irgendwann der Tiefbahnhof gebaut werden, würde das Areal wohl anders genutzt. Nach heutigem Stand soll der Tiefbahnhof frühestens 2035 realisiert werden.

Entscheid Spange Nord abwarten

Ähnliches gilt für die Sanierung der WC-Anlage Maihof/Schlossberg, für welche 270 000 Franken budgetiert sind. Diese soll gemäss aktuellem Masterplan 2 aus dem Restkredit des Masterplans 1 finanziert werden. Die Baukommission findet, jene Anlage soll nur mit den nötigsten Unterhaltsmassnahmen versehen werden. Der Grund: Die Anlage befinde sich im kantonalen Planungsperimeter des Strassenbauprojekts Spange Nord. Sollte das Projekt umgesetzt werden, müsste die WC-­Anlage ohnehin abgerissen werden, so Kessler. «Bevor man dort viel Geld investiert, sollte man den Entscheid des Kantons abwarten.»

Schliessung der WCs im Winter

Die Kommission spricht sich ausserdem dafür aus, dass der Stadtrat eine Kostenpflicht der WCs prüfen soll. Zudem soll eine Optimierung im Nutzungskonzept, wie etwa Schliessungen in der Nacht oder im Winter, geprüft werden. Reto Kessler: «Es gibt Anlagen, die im Winter weniger ausgelastet sind als im Sommer. Deshalb ist es prüfenswert, ob gewisse Anlagen im Winter oder auch in der Nacht teilweise geschlossen werden.» Dies wäre bei Anlagen möglich, die mehrere Kabinen haben. Andere WCs, wie beispiels­weise jenes unter der Egg, befinden sich in der Nähe von diversen «netten Toiletten». «Wenn die Leute die ‹nette Toilette› eines Restaurants benützen können, braucht es das öffentliche WC gar nicht», so Kessler. Bei Grossanlässen wie dem Luzerner Fest könnte die Anlage aber geöffnet werden. Die Nutzung müsse bei jedem WC einzeln geprüft werden, findet Kessler.

Im Kredit enthalten ist auch die Sanierung des WCs am Kreuzstutz, welche die Kommission gutheisst. Kessler: «Am Kreuzstutz gibt es kaum andere Möglichkeiten für einen Toilettenbesuch, und das WC ist in einem desolaten Zustand.» Auch die höheren Betriebskosten von 40 000 Franken genehmigt die Kommission.

Beatrice Vogel

WC-Anlage Maihof/Schlossberg. (Bild Beatrice Vogel)

WC-Anlage Maihof/Schlossberg. (Bild Beatrice Vogel)

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