LUZERN: Kreativwirtschaft: Luzern nimmt den Mund zu voll

In ihrem Wirtschaftsbericht rühmt sich die Stadt damit, «kreativer» zu sein als Zürich. Der Vergleich hinkt, wie sich jetzt zeigt.

Lena Berger
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«Es hat nie die Absicht bestanden, die professionelle Arbeit Zürichs zu schmälern.» Christoph Nick, Stabschef Finanzdirektion Stadt Luzern. (Bild: Archiv / Neue NZ / Matthias Piazza)

«Es hat nie die Absicht bestanden, die professionelle Arbeit Zürichs zu schmälern.» Christoph Nick, Stabschef Finanzdirektion Stadt Luzern. (Bild: Archiv / Neue NZ / Matthias Piazza)

Komponisten und Schriftsteller, aber auch Architekten, Software-Entwickler und Kunsthandwerker: Sie alle gehören zur sogenannten Kreativwirtschaft, weil sie Produkte und Projekte mit künstlerischem Hintergrund realisieren. Seit 2005 fördert die Stadt Zürich diesen Wirtschaftszweig aktiv.

Umso mehr überrascht es, dass die Stadt Luzern nun in ihrem aktuellen Wirtschaftsbericht behauptet, sie sei «kreativer». Der Anteil der Beschäftigten in der Stadt Luzern, die der Kreativwirtschaft zugerechnet werden, liegt bei 7,4 Prozent. Dazu wird erläutert: «Im Vergleich zur Stadt Zürich ist der Anteil sogar etwas höher: 7 Prozent der Beschäftigten werden dort zur Kreativwirtschaft gezählt.» Der Vergleich ist allerdings nicht zulässig. Zum einen gelten die zitierten Zahlen für den Kanton, nicht für die Stadt Zürich – und zum anderen sind sie veraltet. Christoph Nick, Stabschef der städtischen Finanzdirektion, räumt dem Fehler ein: «Diese Verwechslung tut uns leid, und wir entschuldigen uns dafür. Es hat nie die Absicht bestanden, die professionelle Arbeit der Stadt Zürich in irgendeiner Art zu schmälern.»
 

  

Die Vielfalt der Kreativwirtschaft in Luzern zeigte eine Ausstellung in der Kornschütte in Luzern auf. (Bild: Pius Amrien / Neue LZ)

Die Vielfalt der Kreativwirtschaft in Luzern zeigte eine Ausstellung in der Kornschütte in Luzern auf. (Bild: Pius Amrien / Neue LZ)