LUZERN: Kredit für autofreie Bahnhofstrasse gekürzt

Die Bahnhofstrasse in der Stadt soll autofrei werden. Das empfiehlt die Baukommission dem Parlament. Zu reden gab die Finanzierung.

Pd/Rem
Merken
Drucken
Teilen
Die Luzerner Bahnhofstrasse soll mit einem Fahrverbot belegt werden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die Luzerner Bahnhofstrasse soll mit einem Fahrverbot belegt werden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

So stellen sich die Initianten eine autofreie Bahnhofstrasse vor. (Bild: Visualisierung PD)

So stellen sich die Initianten eine autofreie Bahnhofstrasse vor. (Bild: Visualisierung PD)

Keine Autos mehr auf der Luzerner Bahnhofstrasse, nur noch Spaziergänger und Velofahrer. Dieses Szenario ist auch für die vorberatende Baukommission denkbar: Sie empfiehlt laut einer Mitteilung der Stadt Luzern vom Montag die Initiative «Für eine attraktive Bahnhofstrasse in der Stadt Luzern» mehrheitlich zur Annahme. Die Kommission, die am 23. Mai tagte, anerkennt die Bedeutung und möglichen Chancen einer autofreien Bahnhofstrasse. Gleichzeitig hinterfragt sie den Zeitplan beziehungsweise Fahrplan der Umsetzung einer autofreien Bahnhofstrasse. Diskutiert wurden die Abhängigkeit zu anderen Planungen und Verkehrsaspekten. Denn: 2014 stellt die Stadt Luzern ihr Gesamtverkehrskonzept vor (siehe Box).

Nicht zuletzt deshalb äusserte die Mehrheit der Baukommission finanzielle Bedenken und kürzte den Planungskredit für eine autofreie Bahnhofstrasse von 800'000 Franken auf 400'000 Franken zusammen und schob damit eine allfällige effektive Projektierung hinaus.

Die Baukommission hat zudem zur Umsetzung der Initiative «Ja zu einer lebendigen Industriestrasse» mehrheitlich Kenntnis genommen. Eine Rückweisung zur Überarbeitung wurde abgelehnt. Einige Kommissionsmitglieder äusserten Bedenken zur Dauer des Verfahrens und zum noch ungewissen Ausgang.

Die Berichte und Anträge kommen nun in den Grossen Stadtrat.

Gesamtverkehrskonzept

Bis 2030 wird der motorisierte Individualverkehr in der Stadt Luzern um 20 Prozent zunehmen, der öffentliche Verkehr gar um 40 Prozent. Um dieser Verkehrszunahme zu begegnen, erarbeitet die Stadt Luzern gemeinsam mit dem Kanton, dem Verkehrsverbund Luzern und dem Gemeindeverband Luzern Plus ein Gesamtverkehrskonzept. Dieses soll mittelfristige Lösungen bereitstellen, mit denen die Zeit bis zur Realisierung der Schlüsselprojekte Bypass und Tiefbahnhof (frühestens 2030) überbrückt werden kann.

Die Ausarbeitung dieses Konzepts kostet insgesamt 742'500 Franken, wobei sich die Stadt mit 442'500 Franken an den Kosten beteiligt. Ziel des Konzepts ist es, die Kapazität auf den bestehenden Strassen und Schienen bis 2030 um 30 Prozent zu erhöhen. Die vorhandene Verkehrsfläche – Strassen, Schienen, Parkplätze etc – soll also nicht vergrössert werden. Das Konzept konzentriert sich auf die neuralgischen Stellen bei Pilatus-, Kasernen-, Paulus-, Bundes-, Bahnhof- und Löwenplatz sowie Luzernerhof.

Aber auch die Auswirkungen auf die ganze Agglomeration werden einbezogen. Zudem sollen die Verkehrssicherheit, die Attraktivität von ÖV und Langsamverkehr sowie die Lebensqualität verbessert werden.

Als mögliche Massnahmen kann sich die Stadt etwa zusätzliche Busspuren, eine Verteuerung von Parkplätzen, veränderte Ampelschaltungen, sicherere Velowege oder Kampagnen fürs Velofahren denken.