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LUZERN: Kriminaltouristen verübten im grossen Stil Einbrüche

Zwei Albaner sind in nicht weniger als 180 Häuser eingedrungen – oder haben versucht, dies zu tun. Dafür sollen sie nun fünf bis sechs Jahre hinter Gitter, fordert das Luzerner Kriminalgericht.
Ein Einbrecher sucht ein Wohnhaus heim (Symolbild). (Bild: Imago)

Ein Einbrecher sucht ein Wohnhaus heim (Symolbild). (Bild: Imago)

180 Einbrüche und Diebstähle, 440 000 Franken Deliktsumme, 210000 Franken Sachschaden: Zwei Albaner werden unter anderem wegen mehrfachen gewerbs- und bandenmässigem Diebstahl, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch angeklagt. Dies hat die Luzerner Staatsanwaltschaft am Dienstag mitgeteilt. Die Anzahl der verübten Delikte ist sehr hoch. «Mir ist kein anderer Fall im Kanton Luzern bekannt, in dem die gleichen Personen so viele Delikte verübt haben», sagt Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft. Die beiden verübten im Schnitt pro Nacht vier Einbrüche; einmal waren es in einer Nacht sogar neun.

Rückblick: Ende 2015 stoppte die Luzerner Polizei einen damals 24-jährigen Albaner auf der Flucht. Er war zuvor in ein Haus in Sempach Station eingebrochen. Sein ebenfalls albanischer Komplize wurde vorerst nicht gefasst. Doch die Staatsanwaltschaft schrieb ihn international zur Haft aus. Mit Erfolg: 2016 wurde der heute 31-Jährige in Slowenien festgenommen.

Auch im Aargau war das Duo aktiv

Die beiden Albaner, die sich illegal in der Schweiz aufhielten, haben nicht nur in Luzern Einbrüche und Diebstähle verübt. Sie waren gemäss Staatsanwaltschaft auch im Kanton Aargau aktiv. Roland Pfister, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, nimmt zum vorliegenden Fall keine Stellung und verweist an die Luzerner Staatsanwaltschaft, welche die Untersuchung führte. Ob sie in anderen Ländern ebenfalls straffällig wurden, ist nicht bekannt.

Bei knapp hundert der Luzerner Delikte, waren die Albaner erfolgreich. Sprich: Sie schafften es, in ein Haus einzudringen, wo sie vor allem Bargeld und Schmuck entwendeten. In 83 weiteren Fällen blieb es beim Versuch. Dass das Duo auch diese Fälle zu verantworten hat, ist für die Experten klar: Unter anderem aufgrund von Einbruchspuren etwa an Fenstern, aber auch aufgrund des immer gleichen Tatvorgehens habe den Albanern auch diese Einbruchversuche nachgewiesen werden können, sagt Simon Kopp.

Die beiden Männer waren jeweils zu Fuss oder mit gestohlenen Fahrrädern an die Tatorte unterwegs. Einen Grossteil des Deliktgutes brachten die Einbrecher nach Albanien, wo sie es verkauften. «Jene Stücke, die sie als nicht wertvoll erachteten, warfen sie weg», so Kopp. Entsprechend konnte die Polizei nur ganz wenig Schmuck und Bargeld sicherstellen und retournieren.

Die Staatsanwaltschaft Luzern hat die beiden Fälle zur Beurteilung an das Kriminalgericht überwiesen. Laut Kopp entspricht das dem üblichen Prozedere, wenn das Strafmass die Kompetenz des Staatsanwaltes überschreitet. Die Untersuchungen sind abgeschlossen: Das Kriminalgericht fordert eine Freiheitsstrafe von fünf bis sechs Jahren.

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

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