LUZERN: Künstlerin provoziert mit Leichen in Luzern

Acht Personen in Leichensäcken verpackt lagen am Donnerstagmittag vor der Jesuitenkirche in der Stadt Luzern. Die Aktion war unbewilligt.

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Eine Künstlerin hat vor der Jesuitenkirche mit acht Personen, eingewickelt in Leichensäcke, provoziert. (Bild Roberto Conciatori)

Eine Künstlerin hat vor der Jesuitenkirche mit acht Personen, eingewickelt in Leichensäcke, provoziert. (Bild Roberto Conciatori)

Während 40 Minuten waren am Donnerstagmittag acht Personen in Leichensäcke verpackt zu sehen. Wie Recherchen unserer Zeitung zeigen, steckt die Performerin Beatrice Fleischlin zusammen mit dem Kulturhaus Südpol hinter dieser Aktion.

Fleischlin hatte einen mehrwöchigen Probenaufenthalt am Südpol und hat den Impuls zur Aktion gegeben. Zwei gegensätzliche Nachrichten der letzten Wochen hätten sie zur Aktion «just one minute!» bewegt, erklärt Fleischlin auf Anfrage. «Zum einen die Ernennung der Schweiz zum glücklichsten Land der Welt, zum anderen die jüngste Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer, bei welcher Hunderte von Menschen ums Leben kamen.»

Stadt sucht das Gespräch

Für die Aktion hatten weder der Südpol, noch die Künstlerin eine Bewilligung bei der Stadt eingeholt. Eine solche wäre gemäss Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen, jedoch nötig gewesen. «Wir haben bewusst auf das Einholen einer Bewilligung verzichtet, die wir befürchteten, dass dieser Prozess die Umsetzung der Aktion verzögern oder gar verunmöglichen würde. Aufgrund der Dringlichkeit der Geschehnisse nehmen wir etwaige Konsequenzen in Kauf», erklärt Fleischlin.

Sie überlegt sich, die Aktion zu wiederholen. Mario Lütolf hat dafür kein Verständnis. Die Regeln seien klar und das Einholen einer Bewilligung für eine solche Aktion könnte innert kürzester Zeit abgewickelt werden. Die Stadt wird nun das Gespräch suchen, «um Berührungsängste mit den Behörden abzubauen», wie Lütolf sagt.

cgl

Die Aktion soll auf die jüngste Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer aufmerksam machen. (Bild Roberto Conciatori)

Die Aktion soll auf die jüngste Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer aufmerksam machen. (Bild Roberto Conciatori)