LUZERN: Kunst für Kantonsangestellte

3300 Bilder stehen Kantonsangestellten zur Ausleihe in ihre Büros bereit. Nicht alle Bilder finden gleich grossen Anklang.

Sb
Drucken
Teilen
Monika Sigrist von der Kulturförderung Luzern mit Gemälden aus dem kantonalen Depot. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Monika Sigrist von der Kulturförderung Luzern mit Gemälden aus dem kantonalen Depot. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Im Kunstdepot des Kantons an der Bahnhofstrasse in Luzern lagern in verschiebbaren Regalen unzählige Bilder und Skulpturen. Jedes Jahr kommen neue Werke dazu. «Heute verfügt die Kunstsammlung des Kantons Luzern über rund 3300 Objekte von 680 verschiedenen, mehrheitlich aus dem Kanton Luzern stammenden Künstlerinnen und Künstlern», sagt Monika Sigrist (47) von der kantonalen Kulturförderung. 80 Prozent davon sind in öffentlichen Räumen der kantonalen Verwaltung, zum Beispiel in Schulen, Gerichten, Spitälern und Verwaltungsgebäuden, platziert. «Alle, die beim Kanton Luzern angestellt sind, vom einfachen Angestellten bis zu den Direktoren und Regierungsräten, können bei uns Bilder für ihre Büroräumlichkeiten gratis ausleihen», sagt sie.

Der Kanton Luzern bietet über 10 000 Arbeitsplätze, es sind also de facto sehr viele Personen berechtigt, Kunst vom Kanton auszuleihen. Laut Sigrist ist das Angebot aber nicht bei allen Berechtigten bekannt.

Etwas Farbiges

Wer den Weg ins kantonale Kunstdepot findet, verlangt laut Sigrist meistens etwas Farbiges. Kein Wunder, vielfach sind Büroräume nicht besonders bunt. «Neue Ankäufe gehen manchmal weg wie frische Weggli», sagt sie. Aber es gebe natürlich auch Ladenhüter. Sigrist zieht ein Gemälde mit vielen Farben aus dem Regal. Es stammt von Jürg Benninger und zeigt ein Schwulenpaar. Dieses Bild wurde laut Sigrist bisher noch nie ausgeliehen. Vielen ist es wohl zu provokativ. Ein Werk der nicht unbedingt «bürotauglichen» Sorte ist die Arbeit «Hamam» von Anastasia Katsidis. Es handelt sich um ein Kinderbadebecken, das die Künstlerin aus Ägypten mitbrachte. Auf den ersten Blick kann es an eine Plumps-Toilette erinnern. Das Werk war einmal kurz platziert, wurde aber wieder abmontiert. Die kantonale Kulturförderung hat es 2009 gekauft. «Auf Wunsch können Bilder natürlich ausgetauscht oder entfernt und zurückgebracht werden. Das ist aber sehr selten der Fall. Wir zwingen niemanden zur Kunst.»

80'000 Franken im Jahr

Vier Personen – alles Fachleute aus dem kulturellen Bereich – sind für den Ankauf neuer Bilder zuständig. Dies sind der Künstler Raphael Egli, Bettina Staub, Co-Leiterin Sankturbanhof Sursee, Petra Wunderlich, Fotografin und Dozentin an der Hochschule Luzern Design & Kunst, und Grafiker Zybu Richli. Die Kunstankaufskommission hat im letzten Jahr 32 Werke von 20 Kunstschaffenden gekauft. Von diesen Werken wurden bereits 27 in Gerichtssälen, Sitzungszimmern, Wartezonen, Treppenhäusern und Büros der kantonalen Verwaltung platziert. Für den Ankauf der Kunstwerke stehen jährlich 80 000 Franken zur Verfügung. «Das bezahlen aber nicht die Steuerzahler. Das Geld stammt aus dem Lotteriefonds. Der Ankauf von Werken ist ein wichtiges Förderinstrument der kantonalen Kulturförderung.»

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.