LUZERN: Kurhaus Flühli: Pächter und Besitzer gehen

Das Hotel wird erneut verkauft. Gleichzeitig hört auch der Pächter auf. Eigentümer und Wirt gehen im Streit auseinander. Jetzt springt die Gemeinde in die Bresche.

Kilian Küttel
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Das «Kurhaus» in Flühli steht wieder vor Veränderungen. Bild: Eveline Beerkircher (1. März 2017)

Das «Kurhaus» in Flühli steht wieder vor Veränderungen. Bild: Eveline Beerkircher (1. März 2017)

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

In Flühli rumort es –genauer im 1905 erbauten «Kurhaus». Im Dorf geht das Gerücht um, die Wirte­familie Bobulski verlasse das Hotel. Nun ist klar: Die Gerüchte stimmen. Im Januar 2016 hat Krzysztof Bobulski aus Polen das Hotel als Pächter übernommen. Auf Anfrage erklärt er: «Uns wurde der Vertrag gekündigt.» Per Ende 2016 hätte er das Hotel verlassen müssen. Das wollte der Familienvater nicht und wehrte sich bei der Schlichtungsbehörde gegen die Kündigung.

Die Parteien verblieben schliesslich so, dass das Mietverhältnis maximal bis Ende diesen Jahres erstreckt wird. Der Wirt hat aber die Möglichkeit, auf Ende jeden Monats zu kündigen. Krzysztof Bobulski selber kann nicht sagen, wann genau dieses Jahr er das «Kurhaus Flühli» verlassen wird. Wie der Liegenschaftsbesitzer René Peter auf Anfrage unserer Zeitung sagt, hat er bis gestern keine ordnungsgemässe Kündigung erhalten.

Möglicher Käufer bietet 3,3 Millionen Franken

Vieles ist unklar, die Fronten zwischen den Parteien scheinen verhärtet. Eines aber ist Fakt: Nicht nur der Pächter geht, es gibt auch einen neuen Besitzer. Das Objekt ist zum Verkauf ausgeschrieben. René Peter sagt dazu: «Mir liegen Kaufofferten zwischen 1,5 und 3,3 Millionen Franken vor.» Der Preis entscheide aber nicht, wer die Zusage erhalte, «sondern das Konzept des neuen Käufers».

Wie es mit dem «Kurhaus» weitergeht, liegt besonders der Flühler Bevölkerung am Herzen. Die Gemeinde und die Vereine haben ein Nutzungsrecht für den Saal, in welchem das ganze Jahr über Veranstaltungen stattfinden. Gemeindepräsidentin Sabine Wermelinger (FDP) hofft das Beste: «Uns ist es ein grosses Anliegen, dass das ‹Kurhaus› möglichst bald eine nachhaltige Nachfolgelösung erhält.» Vor allem müsse der neue Gastgeber einen guten Draht zur Flühler Bevölkerung haben. «So, wie es bei der jetzigen Wirtefamilie der Fall ist», sagt Wermelinger. Daher wurde die Gemeinde selber aktiv: Sie hat den Kontakt mit einem potenziellen Käufer und dem Hauseigentümer hergestellt. Noch ist nichts spruchreif, die Verhandlungen hätten sich verzögert. Dennoch ist die Gemeindepräsidentin optimistisch: «Die Lösung, die sich jetzt abzeichnet, wäre für die Gemeinde sehr gut.» Also alles schon halbwegs unter Dach und Fach? Nicht ganz. René Peter sagt, er selber habe sich noch nicht entschieden. Und: «Ich bin offen für neue Kaufinteressenten.» Er werde Ende März zusammen mit der Gemeinde den neuen Besitzer bestimmen. Das alles nützt Wirt Krzysztof Bobulski freilich nichts: «Uns gefällt es sehr gut in Flühli, und wir würden gerne länger bleiben.» Er versichert, das Hotel sei noch bis April normal geöffnet. «Danach haben wir Betriebsferien. Wir werden schauen, wie es für uns weitergeht», so Bobulski.

Ein neuer Besitzer und ein neuer Wirt im Kurhaus? Das ist nichts Neues. Wechsel haben in der jüngeren Geschichte des Hotels Tradition: 2013 kaufte René Peter das Gebäude. 920 000 Franken zahlte er dafür. Vor Peter gehörte das Hotel der Raiffeisenbank Hasle-Flühli-Romoos. Diese hatte es an einer Versteigerung erstanden.