LUZERN: Landolt: «Bittere Niederlage ist ein Weckruf»

Eine Woche nach der Schlappe bei den Berner Parlamentswahlen gab sich BDP-Parteipräsident Martin Landolt kämpferisch. Die Schweiz brauche eine starke politische Mitte und eine starke BDP. Diese solle weiter gegen eine Isolation der Schweiz vom Rest der Welt ankämpfen.

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BDP-Parteipräsident Martin Landolt gibt sich nach der Schlappe bei den Berner Parlamentswahlen kämpferisch. (Bild: Keystone)

BDP-Parteipräsident Martin Landolt gibt sich nach der Schlappe bei den Berner Parlamentswahlen kämpferisch. (Bild: Keystone)

Die BDP habe bei den Wahlen im Kanton Bern eine bittere Niederlage erlebt, als sie 11 ihrer 25 Parlamentssitze verloren hatte. Das müsse ein Weckruf sein, sagte Landolt am Samstag an der Delegiertenversammlung der BDP Schweiz in Luzern.

«Es genügt nicht mehr einfach BDP zu heissen und Eveline Widmer-Schlumpf als Bundesrätin zu haben», sagte Landolt. Gewählt werde in den Kantonen und Gemeinden. «Wir müssen um jedes Wählerpromille kämpfen.»

Landolt verlangte von den 125 anwesenden Delegierten Engagement und rief ihnen in Erinnerung, wofür die Partei laut eigenen Aussagen steht. Diese fordere nicht nur Lösungen, sondern bringe auch Vorschläge, etwa zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative ohne die bilateralen Verträge mit der EU zu gefährden, zur Altersvorsorge oder zur Energiewende mit geordnetem Atomausstieg.

Landolt, der seit zwei Jahren BDP-Präsident ist, warb für eine sachliche und lösungsorientierte Politik und ein weltoffenes Land. Die Vision sei die Fortführung und Weiterentwicklung der erfolgreichen Schweiz, sagte er.

Kritik an «nationalsozialistischer Rhetorik»

Die Überwindung des Kapitalismus und die Isolation der Schweiz seien keine Konzepte für die Zukunft, sagte Landolt. Es brauche deshalb Parteien wie die BDP, die den Mut dazu hätten, solche Konzepte auch dann zu kritisieren, wenn diese mehrheitsfähig seien.

Im Zusammenhang mit der Masseneinwanderungs-Initiative kritisierte der BDP-Präsident, im Abstimmungskampf sei «aus einzelnen Ecken nationalsozialistische Rhetorik» verwendet worden. Er bemängelte, dass dieser Umstand offenbar kaum jemanden störe.

Einen direkten Vergleich mit der nationalsozialistischen Herrschaftszeit in Deutschland wollte Landolt zwar nicht anstellen, er sagte in Luzern aber, er wolle sich nie den Vorwurf anhören müssen, zu denen gehört zu haben, die geschwiegen hätten.

Wenn sich die Schweiz als rechtskonservative Nation präsentiere - ohne dies wirklich sein zu wollen - müsse die BDP den Mut aufbringen, dies zu thematisieren, und nicht aufzuhören, gegen die Isolation anzukämpfen, sagte Landolt.

sda