So wollen die Luzerner Landregionen mehr Touristen anlocken

Das Entlebuch, Willisau, die Region Sempachersee und das Seetal bündeln ihre Kräfte in Sachen Tourismus. Dafür haben sie einen gemeinsamen Produktmanager engagiert.

Pascal Linder
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Die vier Luzerner Landregionen wollen künftig touristisch gemeinsam auftreten und das Marketing stärken. Dafür soll der Wolhuser Sandro Bucher am 6. Juli das neue Amt als Produktmanager aufnehmen. In einem 60-Prozent-Pensum wird er für die erwähnten Regionen arbeiten und im Pensum von 40 Prozent wird er unter der Direktion der Unesco-Biosphäre Entlebuch (UBE) touristische Projekte der Biosphäre betreuen. Bucher arbeitet zurzeit bei der Engadin St. Moritz Tourismus AG, wo er für diverse strategische Geschäftsfelder verantwortlich ist.

Sandro Bucher

Sandro Bucher

PD

Der gelernte Schreiner bildete sich in Engelberg zum Schneesportlehrer mit eidgenössischem Fachausweis und schliesslich an der Höheren Fachschule für Tourismus HFT Luzern zum diplomierten Tourismusfachmann HF weiter. In seiner Freizeit ist Bucher sportlich unterwegs und reist gerne. Als Produktmanager wird er in Zusammenarbeit mit den Landregionen touristische Angebote schaffen, kommunizieren und vermarkten.

«Es lohnt sich, eine ganze Woche zu buchen»

Für Bucher ist klar, dass die Luzerner Landregionen grosses Potenzial haben. So nennt er beispielsweise das Element Wasser, welches alleine bereits viele Möglichkeiten biete: vom Moorwasserpark Mooraculum Sörenberg, über das Goldwaschen im Napfgebiet, all den Wassersportaktivitäten auf dem Sempachersee bis hin zur Kursschifffahrt auf dem Hallwilersee. Bucher meint, dass die Luzerner Landregionen hauptsächlich mit der Natur, ihrer Landschaft und der kulturellen Vermittlung punkten können.

Blick von der Marbachegg Richtung Schrattenfluh.

Blick von der Marbachegg Richtung Schrattenfluh.

Bild: Christian Beutler/Keystone (29. Juni 2016)

«Die Region hat zwar kein Matterhorn oder keinen Eiffelturm, dafür aber einzigartige Naturlandschaften, darunter sogar eine Unesco-Modelregion», sagt Bucher. Das Gebiet eigne sich hervorragend für sportliche Aktivitäten im Freien. Auch gibt es im Kanton Luzern viele starke und bekannte Partner mit grossem touristischem Potenzial. Nun gelte es attraktive Angebote zu schaffen und zu bündeln, sodass die Gäste auch gerne länger bleiben. «Es lohnt sich, eine ganze Woche zu buchen», meint Bucher.

Buchers Ziel im neuen Amt ist es, die Bedürfnisse der Landregionen optimal zu erfüllen. Die Logiernächte sollen steigen. Bucher freut sich auf die neuen Aufgaben. «Ich will einfach Gutes tun für die vier Regionen.» Er freut sich, dass er bereits bei der Strategieentwicklung mitarbeiten darf.

«Das Reiseverhalten der Menschen ändert sich»

Die Tourismusbranche wurde von der Coronakrise hart getroffen. Schon zuvor hätten sich die Reisegewohnheiten in einem Umbruch befunden, meint Bucher. Dieser Prozess werde sich nun beschleunigen: Der Wert des Reisens und von Ferien werde immer nachhaltiger. «Das Coronavirus trägt dazu bei, dass Naherholungsgebiete wieder attraktiver werden.» Man reise nicht mehr um die halbe Welt und arbeite eine prestigeträchtige Bucket List ab. Die Ferien- und Reisequalität würden wieder mehr an Bedeutung gewinnen. Es bestehe ausserdem ein Trend für entschleunigende Ferien in der Natur, welche auch durchaus sportlich gestaltet würden. Es gehe darum, Qualitätszeit mit den Liebsten zu verbringen. Auch hofft er nun auf eine starke Sommersaison in der Region.

Derzeit arbeitet Bucher wie erwähnt noch für eine der Schweizerischen Tourismushochburgen. Bucher sagt, dass das Engadin und St. Moritz zwar bekannter seien, es gäbe aber dennoch viele Gemeinsamkeiten zwischen den Luzerner Landregionen und dem Engadin: «Die Natur, der Erlebniswert und die Möglichkeiten sind ähnlich.» Der Wechsel nach Luzern sei für ihn auch eine persönliche Weiterentwicklung. Jetzt könne er die Erfahrung an einem neuen Ort anwenden. «Es ist für mich ein Wechsel zurück zu meinen Wurzeln und eine Herzensangelegenheit», sagt Bucher. Aufgewachsen ist der 36-Jährige in Wolhusen-Markt.

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