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LUZERN: Lehrer wollen streiken – unter gewissen Bedingungen

Der Widerstand gegen die Sparmassnahmen des Kantons wächst weiter. Der Verband der Mittelschullehrer prüft die Streikbereitschaft seiner Mitglieder.
Gabriela Jordan
Die Lehrerschaft probt den Aufstand. (Bild: Archiv/Pius Amrein / Neue LZ)

Die Lehrerschaft probt den Aufstand. (Bild: Archiv/Pius Amrein / Neue LZ)

Zwangsferien, ein erhöhtes Pflichtpensum oder gar eine Abschaffung des Langzeitgymnasiums: Gymilehrer haben die Nase voll von den Sparmassnahmen des Kantons. Nachdem bereits die Lehrer an der Volksschule mit Massnahmen drohten (wir berichteten), hat sich jetzt auch der Verband der Luzerner Mittelschullehrerinnen und -lehrer für das Schlimmste gewappnet. Bei seinen Mitgliedern hat er eine Umfrage zur Streikbereitschaft durchgeführt. Fazit: Sollte ihnen der Regierungsrat nicht entgegenkommen und die Sparmassnahmen mildern, will die Mehrheit streiken. Dies allerdings nur unter gewissen Voraussetzungen. Für den Fall, dass das Pflichtpensum angehoben würde, wären rund 63 Prozent aller Lehrer bereit, auf die Strasse zu gehen. Falls das Langzeitgymnasium abgeschafft werden sollte, wären es gar rund 70 Prozent. Remo Herbst, Verbandspräsident und Gymnasiallehrer am Alpenquai in Luzern, sagt: «Wir wollten erheben, wie gross der Frust ist – offenbar ist er erheblich.» Damit ein Streik zu Stande kommt, müssten für die meisten zwei weitere Bedingungen erfüllt sein: Fast drei Viertel aller Lehrer kreuzten an, dass der Streik an jeder Schule zur gleichen Zeit stattfinden müsste. Mehr als die Hälfte behält sich zudem vor, nicht zu streiken, falls weniger als 70 Prozent aller Berufskollegen am Streik teilnehmen würden.

«Kanton baut hemmungslos ab»

Andere Massnahmen – wie das Zusammenlegen von Schulen oder das Streichen von Ergänzungsfächern – sind für die Mehrheit nicht Grund genug, um die Arbeit niederzulegen. Herbst: «Der Streik ist nach wie vor das letzte Mittel. Wir wollen nicht, dass es die Schüler ausbaden müssen, indem der Unterricht für sie abgebaut wird. Denn das macht der Kanton bereits hemmungslos.» Erste Protestaktionen organisieren viele Schulen bereits in der Zwangsferienwoche – mit der finanziellen Unterstützung des Verbands.

Entscheid über Streik erst im Herbst

Regierungsrat und Bildungsdirektor Reto Wyss (CVP) nimmt die vorhandene Streikbereitschaft mit Bedauern zur Kenntnis. «Ein bedingungsloses Arbeitsstreikrecht für Kantonsangestellte gibt es nicht.» Erst wenn vorher Verhandlungen mit den Personalverbänden stattgefunden hätten und diese keine Ergebnisse gebracht haben, sei ein Streik zulässig. Aus Sicht von Remo Herbst ist dies bald der Fall: «In den letzten Jahren haben Gespräche nichts gebracht. Es war nur ein Diktat von Seiten des Kantons.» Ob es folglich zum letzten Mittel kommt, wird sich im November oder Dezember zeigen. Dann beschliesst das Parlament definitiv über die Massnahmen.

Herbst: «Die Verzweiflung wegen der Finanzlage ist im Kanton so gross, dass wir Lehrer sogar einen Kompromiss eingehen würden.» Demnach wären sie bereit, während dreier Jahre eine Lektion mehr zu leisten, wenn dies in den Folgejahren kompensiert würde. Für Regierungsrat Wyss ist dies aber keine taugliche Lösung: «Damit würde lediglich eine Verschiebung der Verpflichtung erfolgen. Die Besoldung der Lehrer wäre nur hinausgeschoben.»

Gabriela Jordan

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