LUZERN: Lehrermangel trotz Studentenrekord

Immer mehr Luzerner wollen Lehrer werden. Die Situation auf dem Stellenmarkt hat sich entspannt. Aber die nächste Lücke bahnt sich bereits an.

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Dozent Bruno Rütsche während des Unterrichts an der PH Luzern. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Dozent Bruno Rütsche während des Unterrichts an der PH Luzern. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Diese Zahlen dürften nicht nur Mathelehrer begeistern. 630 Personen haben sich für ein Studium an der Pädagogischen Hochschule Luzern (PH Luzern) angemeldet – das sind 15 Prozent mehr als letztes Jahr und so viele wie noch nie. Der starke Aufwärtstrend hält seit mehreren Jahren an und wirkt sich jetzt auch auf die Stellensituation aus. Gut drei Monate vor Beginn des neuen Schuljahrs werden im Kanton Luzern noch 22 Lehrpersonen gesucht. Das sind nur noch halb so viele wie letztes Jahr zur gleichen Zeit. Kann das Wort Lehrermangel jetzt von der Wandtafel gestrichen werden?

Lehrpersonal ist überaltert

«Der Lehrermangel ist noch nicht Geschichte», sagt Hans-Rudolf Schärer, Rektor der PH Luzern. Hauptgrund sei die Altersstruktur der heutigen Lehrpersonen: «Überdurchschnittlich viele Lehrpersonen sind 50 Jahre und älter und gehen in den nächsten Jahren in Pension. Der Ersatzbedarf an Lehrkräften wird in den nächsten Jahren also weiter steigen.» Auch Annamarie Bürkli, Präsidentin des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbands, sagt: «Noch immer wird die eine oder andere Stelle mit unqualifizierten Lehrpersonen besetzt, weil die Auswahl zu klein ist.»

Es werden Kindergärtnerinnen fehlen

Katrin Birchler will das Wort Lehrermangel ebenfalls noch nicht wegwischen. Die stellvertretende Leiterin der kantonalen Dienststelle Volksschulbildung sagt immerhin, dass der Mangel mittlerweile nicht mehr akut sei. Sorgen bereiten Birchler hingegen die Prognosen auf Stufe Kindergarten: «Aufgrund der Einführung des zweijährigen Kindergartens und der Geburtenentwicklung ist hier eher mit einem Mangel zu rechnen.» Tatsächlich verzeichnet der Kanton Luzern seit dem Tiefpunkt 2005 wieder ansteigende Geburtenzahlen. Diese Kinder kommen jetzt allmählich in den Kindergarten – und steigende Kinderzahlen bedeuten zusätzlichen Bedarf an Lehrpersonen.

Alexander von Däniken

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