LUZERN: Letztes Mauerstück wird saniert

Das Ende der Instandstellung der Museggmauer rückt näher: Noch in diesem Jahr erstrahlt das Wey-Zunft-Bijou in neuem Glanz.

Dave Schläpfer
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Beat Fischer (links) und Ernst Widmer von der Stiftung zur Erhaltung der Museggmauer beim Pulverturm. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Beat Fischer (links) und Ernst Widmer von der Stiftung zur Erhaltung der Museggmauer beim Pulverturm. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

1398/99 erbaut und im 18. Jahrhundert letztmals im grossen Stil saniert: Auch am Pulverturm ist die Zeit nicht spurlos vorbeigegangen. Nun wird das 27,5 Meter hohe Bauwerk bei der Brambergstrasse saniert. Zuerst kommen aber die beiden Mauerstücke Richtung Schirmer- und Allenwindenturm dran. Es handelt sich hierbei um die letzten noch nicht restaurierten Abschnitte der rund 870 Meter langen Museggmauer. Läuft alles nach Plan, sind die Arbeiten – inklusive Pulverturm – im November abgeschlossen. Als allerletztes Kapitel der total siebenjährigen Gesamtsanierung folgt dann 2014 noch der Männliturm.

Sagenumwobene Burg

«Speziell am Mauerabschnitt Pulverturm–Schirmerturm ist sicher, dass hier bergseitig der historische Graben noch besteht», sagt Ernst Widmer, Geschäftsführer der Stiftung für die Erhaltung der Museggmauer. Spannend: Der Legende nach soll in diesem Bereich einst eine Burg mit dem Namen Tannberg gestanden haben. «Wie neueste Untersuchungen zeigen, gibt es aber keinen Hinweis auf die Existenz einer solchen Burg.» Der Wechsel im Mauerwerkcharakter sei vielmehr auf eine Etappierung in der Bauausführung zurückzuführen.

Der Pulverturm trug nicht immer schon diesen Namen. Dazu führt Beat Fischer, Präsident der Stiftung für die Erhaltung der Museggmauer, aus: «Er wurde zunächst Erster Holdermeyerturm genannt. Dies wegen des anstossenden Rebbergs von Jost Holdermeyer.» Das Schiesspulver sei ursprünglich im Wachtturm gelagert gewesen – «bis ein Blitzschlag 1701 die darin gelagerten 8 Tonnen Schiesspulver zur Explosion brachte, wodurch der Turm vollständig zerstört wurde». Der Pulverturm diente während einer gewissen Zeit auch als Lagerort für die 141 Bilder der Hof­brücke. Heute sind hier die Zunftstube und weitere Räumlichkeiten der WeyZunft untergebracht. «Dieser Turm ist ein richtiges Bijou!», schwärmt Beat Fischer, der im Jahr 2004 das Amt des Wey-Zunftmeisters versah.

Optik soll erhalten bleiben

Wie Ernst Widmer sagt, soll die Sanierung der beiden Mauerabschnitte bis Sommer fertig sein. Erst dann folgt die Instandstellung des Turms. «Dies, weil wir wie bei den anderen Türmen warten, bis die Jungen der hier nistenden Alpensegler und Gänsesäger flügge geworden sind.» Die Restaurierung des Mauerwerks solle möglichst behutsam vonstattengehen, so Widmer: «Vor allem ist es uns wichtig, dass die steinsichtige Optik des Pulverturms erhalten bleibt.»

Für die letzte Etappe rechnen der Verein und die Stiftung für die Erhaltung der Museggmauer mit Kosten von 1,25 Millionen Franken. Kann dieses Budget eingehalten werden, belaufen sich die Ausgaben für die gesamte Sanierung auf rund 12 Millionen Franken. Davon übernehmen Denkmalpflege und Stadt je rund einen Drittel. «Unser Anteil beläuft sich auf 4,2 Millionen Franken – noch fehlen 300 000 Franken», so Widmer. Die Suche nach Spenden gestalte sich je länger, desto schwieriger: «Wir müssen um jeden einzelnen Franken kämpfen.» Fischer weist auch auf das grosse ehrenamtliche Engagement seitens Mitgliedern von Verein und Stiftung hin: «Ohne deren Einsatz wäre die Restaurierung nicht durchführbar gewesen.»

Unterhalt ab 2015 sicherstellen

Mit der Fertigstellung der letzten Tranche werde die Arbeit bestimmt nicht ausgehen, so Fischer: «Es braucht eine kontinuierliche Ausbesserung schadhafter Stellen – damit können auf längere Sicht Kosten gespart werden.» Ab 2015 solle zu diesem Zweck ein spezielles Gremium seine Arbeit aufnehmen. Um die Details und Zuständigkeiten zu klären, hätten mit der Stadt bereits erste Gespräche stattgefunden.

HINWEIS

Ab Karfreitag sind Schirmer-, Zyt, Wacht- und Männliturm bis zum 1. November wieder täglich von 8 bis 19 Uhr frei begehbar. Mehr Infos sind unter www.museggmauer.ch abrufbar.