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LUZERN: Lichterstreit: Teilsieg für den «Schweizerhof»

Im Zank um die farbig beleuchteten Fenster des Fünf-Sterne-Hauses hat das Luzerner Kantonsgericht die städtische Baudirektion zurückgepfiffen. Sie muss nun auf einen Entscheid von 2016 zurückkommen.
Die Innenansicht: Mike Hauser, Mitbesitzer des «Schweizerhofs», vor einem der beleuchteten Fenster. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 30. August 2016))

Die Innenansicht: Mike Hauser, Mitbesitzer des «Schweizerhofs», vor einem der beleuchteten Fenster. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 30. August 2016))

Christian Peter Meier und Gabriela Jordan

stadt@luzernerzeitung.ch

Schon seit dreieinhalb Jahren wird in der Stadt Luzern über die farbigen Fenster an der seeseitigen Fassade des «Schweizerhofs» gestritten. Die Dissonanzen entstanden, nachdem bei einer Renovation in den Hotelzimmern entsprechende Lichtinstallationen angebracht worden waren. Seither bringen sechs Farbtöne Abwechslung ins Luzerner Nachtleben – und Behörden wie Hotelführung in Wallungen. Dies, weil die Installation der Stadt so gar nicht ins Beleuchtungskonzept passen wollte: Die farbigen Fenster widersprächen dem Plan Lumière, der nur weisses Licht vorsieht, wie auch dem Kunstlichtreglement. Letzteres hält fest, welche Luzerner Sehenswürdigkeiten in der Nacht besonders angestrahlt werden dürfen.

Eine nachträglich eingereichte Baubewilligung verweigerte die Stadt gestützt auf eben dieses Kunstlichtreglement und verfügte die unverzügliche Abschaltung. Dagegen zog die Hotelbesitzerfamilie vor Gericht – und hat nun teilweise recht erhalten, wie aus dem gestern veröffentlichten, allerdings noch nicht rechtskräftigen Urteil hervorgeht.

Die Luzerner Kantonsrichter heben den Entscheid der Stadt auf. Sie kommen zum Schluss, dass die umstrittene Innenbeleuchtung nicht unter den Anwendungsbereich des Kunstlichtreglements fällt. Denn der «Schweizerhof» werde ja nicht angestrahlt, vielmehr leuchte die Installation von innen heraus. Baubewilligungspflichtig sind die farbigen Fenster in der richterlichen Einschätzung hingegen schon – unter anderem, weil sie das äussere Erscheinungsbild des Hotels erheblich verändern würden. Doch lasse sich eine Abweisung des Baugesuches eben nicht hauptsächlich mit dem Kunstlichtreglement rechtfertigen. Die Baudirektion müsse deshalb noch einmal grundsätzlich über die Bücher und die Baubewilligungsfähigkeit näher prüfen. Dabei seien die «massgebenden bundes- und kantonalrechtlichen Bau- und Umweltschutznormen sowie die kommunale Bauordnung» anzuwenden.

Wie kommentiert man beim Hotel Schweizerhof den Etappensieg? «Grundsätzlich sind wir natürlich froh, dass wir in unserer Argumentation gestützt worden sind», sagt Mike Hauser, dem das Fünf-Sterne-Haus zusammen mit Bruder Patrick Hauser gehört. «Das Kantonsgericht hat anerkannt, dass unsere Lichter nichts mit dem Plan Lumière und dem Kunstlichtreglement zu tun haben.»

Die beiden Brüder sind zuversichtlich, dass ihre bunte Fensterbeleuchtung weiter bestehen kann. «Die Stadt wird sich nun nochmals mit der Sache auseinandersetzen. Dem schauen wir entspannt entgegen», so Mike Hauser. Er erinnert ausserdem daran, dass die kantonale Denkmalpflege das Baugesuch für die Fensterbeleuchtung bereits als unproblematisch taxiert hat. Aus der Bevölkerung erhalte er im Übrigen ausschliesslich positive Rückmeldungen zu den bunten Lichtern, versichert Mike Hauser, der die Lichtinstallation in den vergangenen Monaten trotz (oder gerade wegen) des Diskurses nie abstellte.

Die Stadt gibt sich wortkarg

Hausers Wahrnehmung ist allerdings subjektiv. Denn in der Öffentlichkeit, namentlich in den sozialen Medien, sind die Meinungen über die farbigen Fenster durchaus geteilt: Die einen schimpfen über eine Behörden-Posse und rühmen die Abwechslung im Luzerner Stadtbild. Andere sprechen sich gegen Ausnahmen aus, weil sie Nachahmungstäter und einen Wildwuchs befürchten.

Die Stadt Luzern kommentierte das Gerichtsurteil gestern nur knapp. Man werde das neue Baugesuch nochmals prüfen – ohne sich bei der Argumentation auf das Kunstlichtreglement zu stützen, meinte Baudirektorin Manuela Jost (GLP).

Das Hotel Schweizerhof in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)

Das Hotel Schweizerhof in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)

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