LUZERN: Linker Knatsch um 1.-Mai-Demo

Der Grüne-Präsident Marco Müller kritisiert die Sperrung der Seebrücke für die 1. Mai-Demo. Das sorgt im linken Lager für ziemlichen Aufruhr.

Luca Wolf
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Die Seebrücke war während der 1.-Mai-Demonstration kurzzeitig gesperrt. (Bild: PD)

Die Seebrücke war während der 1.-Mai-Demonstration kurzzeitig gesperrt. (Bild: PD)

Normalerweise kommt die Kritik an linken Demonstrationen von Rechts. Für einmal getraut sich aber ein Linker, Einwände zu machen. So schreibt Marco Müller, Präsident der städtischen Grünen auf seinem Facebook-Profil: «Selber ein Linker frage ich mich: Ist es verhältnismässig und gerechtfertigt, am 1. Mai abends in der Rushhour für 100 Nasen die halbe Seebrücke zu sperren? Ich meine ganz klar nein!». Müller bezieht sich auf die 1. Mai-Demo des Gewerkschaftsbundes, die unter anderem über die Seebrücke geführt hat.

Sein Eintrag wurde auf Facebook umgehend hart kritisiert. Unter anderem von Yannick Gauch, Präsident der städtischen Juso. ««Ich bin verwirrt, wie man aus linker Sicht einen so dämlichen Kommentar schreiben kann! Das ist enttäuschend und abgrundtief lächerlich!», poltert der 19-Jährige. Auch andere Linke geben sich auf Facebook kritisch, wenn auch viel gemässigter.

Müller aber bleibt dabei: «Das Ziel, die Leute für soziale Anliegen zu gewinnen, kann so kaum erreicht werden.» Vielleicht müsse man über neue Möglichkeiten nachdenken, wie man den 1. Mai gestalten könnte. Er sagt weiter: «Es hat mich schon sehr überrascht, wie intolerant gewisse Leute auf meine Bemerkung reagiert haben. Sich der Diskussion mittels Beleidigungen und persönlichen Angriffen zu entziehen, irritiert mich.»

1. Mai Demo in Zürich (Bild: Keystone)
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1. Mai Demo in Zürich (Bild: Keystone)
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SP-Präsident Christian Levrat spricht in Zürich. (Bild: Keystone)
1. Mai Demo in Basel (Bild: Keystone)
1. Mai Demo in Basel (Bild: Keystone)
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Bundesrat Alain Berset in Thun (Bild: Keystone)
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Justizvorsteherin Bundesrätin Simonetta Sommaruga, begutachtet ein Produkt in der Firma Fraisa in Bellach. Die Fraisa SA stellt Zerspannungswerkzeuge zur Metallbearbeitung her und beschaeftigt 215 Mitarbeiter. (Bild: Keystone)

1. Mai Demo in Zürich (Bild: Keystone)