LUZERN: Lucerne Festival mit Rekord-Auslastung

An den Konzerten des Lucerne Festival im Sommer ist kaum ein Platz leer geblieben. Die Verkaufsveranstaltungen waren zu 95 Prozent ausgelastet - das Rückgrat des Festivals, die Sinfoniekonzerte, sogar zu 98 Prozent, wie die Veranstalter am Freitag bekannt gaben.

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Andris Nelsons dirigiert das Lucerne Festival Orchestra. Das KKL hatte eine Rekord-Auslastung von 95 Prozent. (Bild: Priska Ketterer / Lucerne Festival)

Andris Nelsons dirigiert das Lucerne Festival Orchestra. Das KKL hatte eine Rekord-Auslastung von 95 Prozent. (Bild: Priska Ketterer / Lucerne Festival)

Lucerne Festival im Sommer, das am 15. August begonnen hatte und unter dem Motto «Psyche» steht, geht am Sonntag zu Ende. Wenige Tage vor dem Abschluss konnte Intendant Michael Haefliger eine «ausgezeichnete Bilanz» vermelden.

Das Festival zählte an den total 120 Zahl- und Gratisveranstaltungen insgesamt 80'000 Besucherinnen und Besucher, etwas weniger als 2013. Damals hatten die Gratisveranstaltungen zum 75. Jubiläum die Besucherzahlen positiv beeinflusst.

66'500 Personen besuchten ein Bezahlkonzert; die Kartenverkäufe nahmen damit um 1,8 Prozent zu. 13'500 Personen besuchten eine der 27 Gratisveranstaltungen, die teils unter freiem Himmel stattfanden und wegen des schlechten Wetters zum Teil weniger besucht waren als 2013.

Sinfoniekonzert 21: Alan Gilbert leitet das Gewandhausorchester Leipzig, den Chor der Oper Leipzig , den GewandhausChor, den GewandhausKinderchor  und die Solisten Christina Landshamer Sopran, Gerhild Romberger Alt, Steve Davislim  Tenor und Dimitry Belosselsky Bass (Bild: Priska Ketterer / Lucerne Festival)
20 Bilder
Young Sitzkissenkonzert. Die Sprecherin Ursula Gessat, der Illustrator Patrick Widmer und Henning Ruhe am Klavier Erzählen den Kindern die Geschichte  "Oskar und der sehr hungrige Drache" nach einem Bilderbuch von Ute Krause. (Bild: Peter Fischli / Lucerne Festival)
Kinder horchen der Geschichte gespannt zu. (Bild: Peter Fischli / Lucerne Festival)
Dirigent Simon Rattles zeigt dem Besucher Thomas Erni (links) aus Meggen nach einer offenen Probe die Partitur beim Lucerne Festival (Bild: Philipp Schmidli)
Studierende der Hochschule Luzern-Musik und der Lucerne Festival Academy unter Peter Rundel interpretieren im Luzerner Saal Werke von Composer-in-Residence Unsuk (Bild: Georg Anderhub / Lucerne Festival)
Studierende der Hochschule Luzern-Musik und der Lucerne Festival Academy unter Peter Rundel interpretieren im Luzerner Saal Werke von Composer-in-Residence Unsuk (Bild: Georg Anderhub / Lucerne Festival)
Alte Musik 2: Cecilia Bartoli, begleitet vom Ensemble I Barocchisti unter Diego Fasolis, interpretiert Werke von Agostino Steffani. (Bild: Georg Anderhub / Lucerne Festival)
Lounge 3 im Bourbaki mit dem Kaleidoscope String Quartett
Luzern (Bild: Georg Anderhub / Lucerne Festival)
Buvette mit Musikern der Lucerne Festival Academy (Bild: Priska Ketterer / Lucerne Festival)
Moderne 6 mit dem Ensemble der Lucerne Festival Academy (Bild: Stefan Deuber / Lucerne Festival)
Sinfoniekonzert 17: Berliner Philharmoniker | Rundfunkchor Berlin | Luzerner Kantorei | Simon Rattle Dirigent | Peter Sellars Regie | Camilla Tilling Sopran | Magdalena Koeren Mezzosopran | Topi Lehtipuu Tenor (Arien) | Mark Padmore Tenor (Evangelist) | Eric Owens Bariton (Arien) | Christian Gerhaher Bariton (Christus): Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion BWV 244, szenische Aufführung. (Bild: Georg Anderhub / Lucerne Festival)
Debut 4: Tine Thing Helseth (Trompete) und Gunnar Flagstad spielen im Casineum Werke von Alexander Glasunov bis Kurt Weill. (Bild: Georg Anderhub / Lucerne Festival)
Moderne 5, Studenten der Lucerne Festival Academy gönnen sich eine Pause auf den Sitzkissen von 40min vor dem Konzert. (Bild: Priska Ketterer / Lucerne Festival)
Lounge 2 im Bourbaki: Barbara Hannigan, Huw Watkins und Studierende der Lucerne Festival Academy (Bild: Priska Ketterer / Lucerne Festival)
Alte Musik 1: Valer Sabadus (Countertenor) und Axel Wolf (Laute) interpretieren in der Franziskanerkirche Werke aus Robert Dowlands "A Musicall Banquet" (Bild: Georg Anderhub / Lucerne Festival)
Musiker treten beim Buvette auf dem Inseli auf (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Workshop mit Tod Machover (Bild: Priska Ketterer / Lucerne Festival)
Sinfonie Konzert 16. Die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Simon Rattle. (Bild: Peter Fischli / Lucerne Festival)
Young Familienkonzert 2. Heroica. Szenisches Konzert für sieben Intrumentalisten im Luzerner Saal (Bild: Peter Fischli / Lucerne Festival)
Sinfoniekonzert 17: Berliner Philharmoniker | Rundfunkchor Berlin | Luzerner Kantorei | Simon Rattle Dirigent | Peter Sellars Regie | Camilla Tilling Sopran | Magdalena Koeren Mezzosopran | Topi Lehtipuu Tenor (Arien) | Mark Padmore Tenor (Evangelist) | Eric Owens Bariton (Arien) | Christian Gerhaher Bariton (Christus): Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion BWV 244, szenische Aufführung. (Bild: Georg Anderhub / Lucerne Festival)

Sinfoniekonzert 21: Alan Gilbert leitet das Gewandhausorchester Leipzig, den Chor der Oper Leipzig , den GewandhausChor, den GewandhausKinderchor und die Solisten Christina Landshamer Sopran, Gerhild Romberger Alt, Steve Davislim Tenor und Dimitry Belosselsky Bass (Bild: Priska Ketterer / Lucerne Festival)

Von 56 grossen Bezahlkonzerten hatten 38 eine Auslastung von über 90 Prozent, 20 davon waren ausverkauft. Die Auslastung der 27 Sinfoniekonzerte lag nur 2 Prozentpunkte unter dem Maximum. Die acht Konzerte der Reihe Moderne waren zu 72 Prozent ausgelastet. Daneben gab es Reihen mit Kammermusik, Rezitalen, alter Musik, Late Night Konzerte und Konzerte mit Nachwuchskünstlern. Diese sieben Debutkonzerte waren zu 93 Prozent ausgelastet.

Gefragte Schnupperkonzerte

Herausragend war gemäss Lucerne Festival das Interesse an den Konzerten der Reihe «40min». Diese kurzen Gratisanlässe zur Aperozeit fanden zehn Mal statt und wurden jeweils von 500 Personen besucht. Ihr Ziel ist es, Grenzen abzubauen und die Festivalkünstler näher ans Publikum zu bringen. An fünf dieser Konzerte wurde zeitgenössische Musik gespielt.

Auf Zuspruch gestossen waren auch die 25 Familien- und Jugendkonzerte. Hier betrug die Auslastung 81 Prozent. Dazu kamen 22 Veranstaltungen mit Schulen.

Eröffnet worden war Lucerne Festival mit dem Lucerne Festival Orchestra, interimistisch geleitet von Andris Nelsons. Das von dem im Januar verstorbenen Claudio Abbado gegründete Orchester solle weiterhin eine wichtige Rolle spielen, sagte Haefliger. Wer neuer künstlerischer Leiter werde, solle wenn möglich noch dieses Jahr entschieden werden.

Zu Gast waren in Luzern nicht nur grosse Sinfonieorchester, sondern auch ausgesuchte Solistinnen und Solisten, allen voran die beiden diesjährigen «artistes étoile», die Geigerin Midori und die Sängerin Barbara Hannigan.

Insgesamt gab es zehn Uraufführungen, ein Teil davon stammte von den composers-in-residence Unsuk Chin und Johannes Maria Staud. An Uraufführungen beteiligt waren auch lokale Institutionen, nämlich das Luzerner Theater und das Luzerner Sinfonieorchester.

Den musikalischen Schlusspunkt setzen an den letzten drei Festivalabenden die Wiener Philharmoniker mit Gustavo Dudamel am Dirigentenpult.

Lucerne Festival findet drei Mal jährlich statt. Neben dem grossen Sommerfestival gibt es ein kurzes vor Ostern und das Piano-Festival, das dieses Jahr vom 22. bis 30 November stattfindet und im Zeichen von Ludwig van Beethoven steht. Lucerne Festival im Sommer 2015 wird unter dem Motto «Humor» stehen.

Dossier zum Lucerne Festival

Alle Konzertberichte vom Lucerne Festival 2014 finden Sie in unserem Dossier auf www.luzernerzeitung.ch/lucernefestival

sda