LUZERN: Luftiges Turnspektakel auf der Pilatus-Bergspitze

24 Athleten des BTV Luzern absolvieren ihre Schaukelring-Übung auf ungewohntem Terrain – neben einem 600 Meter tiefen Abgrund.

Yasmin Kunz
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Der BTV Luzern transportiert eine eigens konstruierte, fünfeinhalb Meter hohe Schaukelring-Anlage, so wie auf dem Bild rechts, auf den Pilatus. Geturnt wird auf der Terrasse zwischen den Hotels Pilatus-Kulm (links im Bild) und Bellevue. (Bild: PD)

Der BTV Luzern transportiert eine eigens konstruierte, fünfeinhalb Meter hohe Schaukelring-Anlage, so wie auf dem Bild rechts, auf den Pilatus. Geturnt wird auf der Terrasse zwischen den Hotels Pilatus-Kulm (links im Bild) und Bellevue. (Bild: PD)

Der Bürgerturnverein Luzern (BTV) ist eine polysportive Vereinigung. Eine der verschiedenen Riegen betreibt Geräteturnen auf Leistungssportniveau. Die Geräteturnerinnen und -turner haben schon elf Schweizer-Meister-Titel gewonnen, in der Turnhalle natürlich. Doch nun verlassen sie ihr gewohntes Terrain und zeigen eine spektakuläre Schaukelring-Show ganz oben auf dem Pilatus. 24 Athleten turnen eine Schaukelringformation auf der Aussichtsterrasse zwischen dem Hotel Pilatus-Kulm und dem Hotel Bellevue auf dem Pilatus – 2132 Meter über Meer.

Der BTV hofft mit dieser Vorstellung am 21. Juni (siehe Hinweis) ein breites Publikum anzulocken. Für Beat Wälti, Leiter Marketing und Verkauf der Pilatus-Bahnen AG, ist der Anlass «eine weitere Attraktion, die man so nur am oder auf dem Pilatus erleben kann und das Image unterstreicht: Auf dem Pilatus gibt es 2132 Möglichkeiten». Die verrückte Übungsanlage passt zudem ins Jubiläumsjahr, die Zahnradbahn fährt inzwischen seit 125 Jahren.

Das Turnspektakel ist sowohl für die Pilatus-Bahnen wie auch den BTV eine herausfordernde Sache, denn die Sportgeräte müssen eigens dafür konstruiert werden. «Der Boden und das Turngerät sind noch in Konstruktion», sagt Beni Boos, Präsident des BTV Luzern. Da der Betonuntergrund auf dem Pilatus keine normalen Verankerungen zulässt, wird ein spezieller Sockel erstellt.

Geräte speziell konstruiert

Der Transport wird kein einfaches Unterfangen: Ein fünfeinhalb Meter hohes Gerüst bestehend aus fünf Stahlstangen, dem Sockel und Sicherheitsmatten müssen auf den Berg. «Sockel und Stahlstangen werden von Alpnachstad auf den Pilatus transportiert.» Der Aufwand sei enorm, und die Geräte werden am Tag der Show auf- und abgebaut, erklärt Boos weiter. Noch ist nicht alles organisiert, unter anderem brauchts noch eine Transportgelegenheit für die Geräte nach Alpnachstad.Boden und Gerüst werden quer auf die Aussichtsplattform gestellt, «sodass die Ringturner zwischen den Bergspitzen pendeln», so Boos. Würden die Sportler zwischen Alpnach und Luzern schaukeln, wären es nur noch eineinhalb Meter bis zum 600 Meter tiefen Abgrund, und dies sei zu gefährlich. Werden weitere Sicherheitsmassnahmen getroffen? «Nicht mehr als in der Turnhalle», räumt Beni Boos ein.

Dünnere Luft – mehr Training

Die 24 Athleten zeigen die Formation, die sie auch an den Schweizer Meisterschaften im September vorführen werden. Sechs Turner sind gleichzeitig an den Ringen: Diese führen ihre Turnelemente gegeneinander, miteinander oder synchron aus. Stellt die Höhendifferenz spezielle Anforderungen an das Training? «Wir trainieren klar mehr im konditionellen Bereich, denn die Luft auf dem Pilatus ist dünner», erklärt der BTV-Präsident.

«Seit dem Rücktritt von Ariella Kaeslin vom Spitzensport hat das Turnen in der Region Luzern an Aufmerksamkeit verloren», erklärt Boos ein Motiv des Turnspektakels, das junge Nachwuchssportler begeistern soll. Klar also, dass das Publikum auf dem Pilatus die Schaukelringe auch selber ausprobieren darf.

Hinweis

Die BTV-Turnvorführung findet am 21. Juni bei guter Witterung statt um 11.05, 13.05 und 15.05 Uhr. Verschiebedatum: 28. Juni. – Anfahrt, Bahnfahrzeiten, Preise: www.pilatus.ch