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LUZERN: Luga-Splitter 2017

Geschichten und Randnotizen von der Luga 2017
Bild: Philipp Schmidli

Bild: Philipp Schmidli

Bierpolizist ist neues Luzerner Original

GÜÜGALI-ZUNFT 25 Luzerner Originale der Güüggali-Zunft liessen es sich im «Dorfplatz» beim Essen gut gehen. Unter ihnen nicht nur Silvio Panizza (FCL-Chronist und Fasnachtsführer-Herausgeber), Urs Liechti (fasnächtlicher Versedichter) und Irma Stadelmann (Malerin), sondern auch das neue Luzerner Original, der Bierpolizist Urs Krügel. Zum ersten Mal war er beim traditionellen Luga-Besuch dabei.

Beliebte Ziegen von Kindern geführt

TIERSCHAU Noch 1890 gab es in der Schweiz 400000 Geissen. Die «Kuh des kleinen Mannes», wie sie Arena-Moderator Hansruedi Häfliger nennt, wurde damals von Fabrikarbeitern und Tagelöhnern gehalten, um den Speisezettel aufzubessern. Heute produzieren 75000 Ziegen 900 Tonnen Käse. Die zugänglichen Tiere wurden an der täglichen Tierschau von Kindern in die Arena geführt. «Und das hat bestens geklappt», so Hansruedi Häfliger.

Wer vorne sitzt, darf geniessen

DEMOKOCHENIn der Kocharena bereiten jeweils die Zentralschweizer Bäuerinnen leckere Gerichte. Tipp für nächstes Jahr: Wer in den Genuss eines Probiererlis kommen will, sollte auf den vordersten Stühlen Platz nehmen, dort beginnen die Bäuerinnen nämlich mit dem Verteilen – Stehende gehen oft leer aus.

Crazy Mouse mit Pausen

ACHTERBAHN Als Gotti hat man die Luga-Aufgabe, mit dem Gottikind auf die Bahnen zu gehen, auf die die Eltern sich nicht getrauen. So auch ich. Mein Gottimeitschi hat sich die Crazy Mouse ausgesucht. Eine flotte Achterbahn, die rasant in die Kurven geht, einen schnell herumschleudert und rauf und runter fährt. Wir steigen ein, die Spannung steigt.
Mit Jauchzern gehts zuerst hinauf, dann, nach zwei Kurven: Vollbremsung. Wir sind die Einzigen, die unterwegs sind. Wir warten. Und warten. Mein Gottimeitschi irgendwo zwischen genervt und ängstlich, die Gotte natürlich souverän. Nach x Minuten rufe ich mal: Haaaaalloo! Endlich, ein Mann drückt ein paar Knöpfe, es ruckelt weiter. Zwei Kurven – dann wieder Halt. Jetzt klettert einer der Angestellten über die Leiter hoch und schiebt uns an! Die Gotte gibt zu: Ein bisschen erleichtert bin auch ich, als wir endlich aussteigen. Eine Erklärung oder einen neuen Fahrchip bekommen wir leider nicht. (nez)

Grashalm bleibt im Hals eines Jungen stecken

SANITÄT Es sind nicht immer Notfälle, mit denen sich die Sanität an der Luga zu beschäftigen hat. So kam es in den letzten Tagen glücklicherweise zu eher harmlosen Zwischenfällen: Eine Mutter kam mit ihrem Sohn vorbei, dem ein Grashalm im Hals stecken geblieben war. Dieser musste entfernt werden, was die Mutter dann gleich selbst tat. Ein anderer Besucher bestellte einen Rollstuhl, um seine gehbehinderte Frau zum Auto zu bringen. Diese verzichtete aber darauf und humpelte selbstständig dorthin.

Frühlingsmesse gabs bereits im Mittelalter

Geschichte Die Luga feierte gestern ein mehrheitlich unbekanntes Jubiläum. Vor genau 600 Jahren – also noch im Mittelalter – soll nämlich die erste Luzerner Frühjahrsmesse stattgefunden haben, heisst es in einer Mitteilung der Messe Luzern. Während 539 Jahren wurde die Messe mit grossem Markt zum jährlichen Anziehungspunkt für die Region.

Im Jahr 1956 musste die 14-tägige Warenmesse allerdings den Touristen weichen, welchen das Luzerner Inseli als Car-Parkplatz zur Verfügung stehen sollte. Ein anderes Datum für die Messe kam für den Regierungsrat nicht in Frage: Ein solcher Anlass sei in der Fastenzeit nicht durchführbar. Es dauerte also bis zum Jahr 1980, bis es wieder zu einer Luzerner Frühlingsmesse kam – der heutigen Luga.(ang)

Regierungsrat zeigt sich an der Luga treffsicher

Wirtschaftstreffen «Auf ein Bier mit der Wirtschaft», so hiess ein Luga-Anlass, an dem Zentralschweizer Wirtschaftsvertreter zum Gedankenaustausch auf die Bevölkerung trafen. Im Luga-Foyer wurde nicht nur getrunken, sondern wurden auch Büchsen geworfen. Der ehemalige Handballer und heutige Regierungsrat Paul Winiker (SVP) konnte dabei sein Können unter Beweis stellen, indem er sich ausserordentlich treffsicher zeigte.(ang)

Schlammiger Parkplatz empört Autobesitzer

KRITIKEs sei eine «Sauerei», beklagte sich ein Leser unserer Zeitung. Damit meinte er die Parkplätze, die vom Regen schlammig geworden sind. Er habe im Schlund parkiert, Auto und Schuhe seien danach dreckig gewesen, und er habe trotzdem zehn Franken bezahlen müssen, so der Leser. «Wir kennen das Problem, können aber nur begrenzt etwas dagegen tun. Die Witterung ist immer ein Restrisiko, obwohl die Messe Luzern, die Stadt Luzern und die Securitas sich sehr bemühen», sagt Markus Lauber, Geschäftsleiter Messe Luzern, auf Anfrage. «In unmittelbarer Nähe gibt es leider wenige wetterfeste Parkplätze.» Umliegende Parkhäuser würden aber ebenfalls Plätze zur Verfügung stellen. Mit den zehn Franken Parkgebühr, die von der Stadt für alle Veranstaltungen vorgeschrieben werden, werde unter anderem der Shuttle vom Parkplatz Schlund zur Luga bezahlt. (bev)

Durchfall wegen zu exotischer Nahrung

ESSEN Am Stand der Deza können Luga-Gäste unter anderem exotische Köstlichkeiten probieren. Erfreut machte eine junge Frau von diesem Angebot Gebrauch und gönnte sich einen roten Hibiskus-Tee. Sie winkte ihre Mutter herbei, sie solle auch einen roten Drink probieren. Diese aber lehnte ab: «Von diesem Zeug aus fremden Ländern kriege ich immer Durchfall.» (ang)

Luga-Jass bereits vor Beginn ausgebucht

ANSTURM Unsere Zeitung lud am Montag zum ersten Luga-Jassnachmittag ein und wurde dabei förmlich überrannt. Bereits eine halbe Stunde vor Anmeldebeginn stand das jassfreudige Publikum Schlange. «Leider haben wir nur 132 Plätze, die bereits nach wenigen Minuten besetzt waren», so Hansjörg Kägi, Mitglied des Organisationskomitees. Dies zur Enttäuschung zahlreicher Gäste. Kägi: «Es freut uns, dass der Ansturm so gross ist, in kommenden Jahren müsste man ein deutlich grösseres Gefäss zur Verfügung stellen.» (ang)

Positive Bilanz der Frühlingsmesse

Erfolg Das erste Luga-Wochenende war trotz winterlicher Wetterverhältnisse am Eröffnungstag mit 35000 Besuchenden erfolgreich verlaufen. Laut Mitteilung der Messe Luzern entsprechen die Zahlen denjenigen des Vorjahres. Während noch am Freitag Schnee fiel, stieg das Thermometer am Wochenende deutlich an und ermöglichte der Luga, dass sie der Bezeichnung Frühlingsmesse gerecht werden konnte. «Es herrschte eine angenehm fröhliche Stimmung auf dem Messegelände», freut sich Messeleiterin Luzia Roos. Sie tat ihre Freude am Samstagabend durch ausgiebiges Tanzen zur Musik von DJ Andy Wolf kund. (ang)

Schwestern gehören quasi zum Luga-Inventar

TRADITIONSeit über 20 Jahren stehen die beiden Schwestern Erika Buser (64) und Bea Bucher (69) hinter dem Informationsstand der Luga und füttern die fragenden Gäste mit Infos. Dafür nahmen die beiden jeweils sogar Ferien. «Es wurde ein wenig zu unserer Tradition. Wir geniessen das. Man könnte sogar sagen, dass wir quasi zum Luga-Inventar gehören», so Erika Buser.

Ruhige Kuh wird plötzlich richtig laut

TIERVORFÜHRUNGWenn an der Luga Tiervorführung ist, dann lässt das Publikum nicht auf sich warten. Dicht gedrängt sitzen und stehen deutlich mehr Erwachsene als Kinder, schauen sich die Tiere an und profitieren vom breiten Wissen des Speakers, der allerlei Interessantes über die verschiedenen Rassen zu erzählen weiss. Gestern zum Beispiel, bei der Vorführung der Mutterkühe, war eine hübsche Simmentaler Kuh dabei. Der Speaker setzte an, um zu erklären, dass die Simmentaler eigentlich ruhige Tiere seien, als die Kuh lange, laut und leidenschaftlich muhte. Was immer sie uns damit sagen wollte: Still sein wollte sie jedenfalls nicht.

Ungefährliche Cholera an der Luga

Fein Keine Angst, hier gibt es keine Ansteckungsgefahr. Cholera ist nämlich nicht nur eine Krankheit, sondern auch ein traditionsreiches Gomser Gericht. Die Gastregion Goms bietet am Stand in der Halle 1 Cholera mit Salat an. Der gedeckte Kartoffel-Käsekuchen mit Lauch, Äpfeln und Zwiebeln bekam seinen Namen – so die Legende – in der Zeit, in der die Cholera im Goms wütete und der Handel mit und der Tausch von Lebensmitteln verboten war. Man kam nicht aus dem Haus und kochte mit dem, was man daheim hatte. Noch heute wird das leckere, deftige Cholera im Goms gegessen. Jede Familie hat ihr eigenes Rezept.

Zelt gab dem Schnee nach

Kaputt Ein Nougat-Verkäufer, der seinen Stand vor der Halle 13 aufgestellt hat, wurde am Eröffnungstag Opfer des Wetters. Der viele Schnee, der vom grossen Zeltdach auf sein Verkaufszelt fiel, habe sein Zelt zerstört, so der Nougat-Verkäufer. Er fuhr daraufhin flugs nach Genf, um ein neues Zelt zu mieten, fuhr wieder zurück und konnte so gestern bei strahlendem Sonnenschein wieder sein Nougat verkaufen.

Hunde haben keinen Zutritt

Empört An der Luga spielen Tiere eine wichtige Rolle. Umso empörter war eine Dame am Eingang, als sie mit ihrem Hund in der Handtasche keinen Einlass fand. Hunde in der Tasche seien sogar im Flugzeug erlaubt. Doch an der Luga gilt: Hunde sind auf dem ganzen Gelände nicht zugelassen – auch nicht in der Handtasche.

Einer fiel besonders auf

ERÖFFNUNGEs war nicht sehr schwierig, aus der relativ uniformen gestrigen Gesellschaft der Eröffnungsfeier hervorzustechen. Und dennoch blieb vor allem der Unternehmer Hugues Wandji Tchatat nicht unbemerkt. Aufgrund seiner dunklen Hautfarbe wurde er immer wieder schüchtern gefragt, warum er am Anlass sei – aus blossem Interesse natürlich. Wandji Tchatat nahm es gelassen, schmunzelte und antwortete zum Erstaunen der Fragenden in deutscher Sprache: «Ich wurde eingeladen.»

Kein Glacewetter

WINTEREigentlich sollte es ja Frühling sein, und sowohl zum Frühling als auch zur Luga gehört das Glaceschlecken. Der Soft-Ice-Stand von «Magenbrot Haegeli Luzern» hat aber gestern nie sein Zelt geöffnet. Nachvollziehbar, immerhin schneite es während des ganzen Tages. Anscheinend soll’s im Jahr 2001 aber noch schlimmer gewesen sein: Damals musste sogar Schnee geschaufelt werden.

Mann redet, Frau steht

GENDERObwohl die Anwesenden an der Eröffnungsfeier mehrheitlich männlich waren, gab es natürlich auch ein paar weibliche Besucher und Bühnenbetreter, allerdings auffallend wenige. Immerhin durfte eine Frau ganz lange auf der Bühne stehen: Es war die Weibelin, die als Symbol neben den beiden Politikern Marcel Schwerzmann und Beat Züsli tapfer ihr eingefrorenes Lächeln bis zum Schluss trug und stolz in den Farben des Kantons gekleidet war.

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