LUZERN: Luzern rechnet mit Verdoppelung der Asylzahlen

Statt wie bisher 60 muss der Kanton künftig bis zu 120 Asylsuchende pro Monat aufnehmen. Jetzt sucht der Kanton nach Notunterkünften.

Christian Hodel
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Asylbewerber im kantonalen Zentrum Hirschpark in der Stadt Luzern im Juni dieses Jahres. Dort sind derzeit alle Plätze belegt. (Bild Pius Amrein)

Asylbewerber im kantonalen Zentrum Hirschpark in der Stadt Luzern im Juni dieses Jahres. Dort sind derzeit alle Plätze belegt. (Bild Pius Amrein)

Im Kanton Luzern bahnt sich eine neue Flüchtlingswelle an. Im Juni musste Luzern 118 Asylsuchende neu aufnehmen. Das sind doppelt so viele Personen, wie noch im ersten halben Jahr pro Monat vom Bund zugewiesen wurden. Wie Prognosen zeigen, geht der Anstieg weiter. Guido Graf, Sozialdirektor des Kantons Luzern, sagt auf Anfrage: «Aufgrund der aktuellen Entwicklung müssen wir damit rechnen, dass in den nächsten Monaten im Durchschnitt monatlich 100 bis 120 neue Asylsuchende kommen.» Ein Grossteil dieser Personen stammt aus den Krisengebieten Syrien und Eritrea.

Schon jetzt sind die zwei Asylzentren Sonnenhof Emmenbrücke und Hirschpark Luzern mit insgesamt 220 Plätzen vollständig belegt. Um den drohenden Engpass bei den Asylplätzen zu bewältigen, hält der Kanton nun intensiv Ausschau nach Unterkünften für grössere Gruppen, etwa in Zivilschutzanlagen.