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LUZERN: Luzerner Luxus-Hotel steht vor Verkauf

Das «Palace» zählt zu den renommiertesten Hotels der Stadt. Die Besitzerin des Hauses, die Grossbank CS, will sich aber von der Immobilie trennen. Das sorgt für Ärger.
Thomas Heer
Von der Seepromenade nicht wegzudenken: das Hotel Palace in Luzern. (Bild Philipp Schmidli)

Von der Seepromenade nicht wegzudenken: das Hotel Palace in Luzern. (Bild Philipp Schmidli)

Die Kaufinteressenten wollen ihre Namen unter keinen Umständen in der Zeitung lesen. So viel sei aber verraten: Die Luzerner Investoren sind finanziell äusserst gut aufgestellt. Daher war es ihnen auch möglich, als glaubwürdige Käuferschaft für das Hotel Palace aufzutreten. Über ihr Motiv sagen sie: «Das Haus gehört zu Luzern wie das KKL. Es kann nicht sein, dass das Hotel zum Spielball von Spekulanten wird.» Sie befürchten nämlich, das Fünfsterne-Hotel werde «zum Wohnsitz-Alibi eines reichen Ausländers».

Auch aufgrund dieses Unbehagens unterbreiteten die Investoren der «Palace»-Besitzerin, der in Zürich domizilierten CS Funds AG, einem Immobilienfonds der Credit Suisse, ein Kaufangebot im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Dies im Wissen, dass das «Palace» mit grosser Wahrscheinlichkeit daneben noch eines «zweistelligen Millionenbetrags an Nachholinvestitionen bedarf», wie die Investoren weiter ausführen.

Hotel- und Klinikbetreiber

Aus dem Immobiliengeschäft wurde nichts. Die enttäuschten Interessenten meinen: «Unser Angebot war der Bank zu niedrig.» Seitens der CS, sagt Daniela Zulauf, zuständig für die Kommunikation im Bereich Immobilienfonds: «Das ‹Palace› gehört zum Portefeuille eines Fonds, der viele Hotels umfasst. Diesen Beherbergungs-Anteil wollen wir verkleinern.» Gemäss Zulauf würden periodisch sämtliche Immobilien überprüft. Das sei ein normaler Prozess. Mit anderen Worten: Findet sich ein Käufer, der ein ausreichendes Angebot auf den Tisch legt, wird das «Palace» veräussert. Die Frage, ob auch Interessenten aus dem Ausland bei der CS vorgesprochen haben, beantwortet Zulauf so: «Dazu gebe ich keinen Kommentar.»

Seit dem Frühling 2014 ist das «Palace» Teil der Beteiligungsgesellschaft Aevis, wie das Unternehmen letztes Jahr noch hiess. Das heisst, der heutigen Aevis Victoria SA, die ihren Sitz in der Stadt Freiburg hat, kommt die Aufgabe zu, das Hotel Palace zu betreiben. Der Name der Westschweizer Firma deutet es an: Zu Aevis Victoria gehören neben dem «Palace» in Luzern die Luxusherbergen Eden au Lac in Zürich, das Bellevue Palace in Bern sowie die Perle, das weltberühmte Victoria-Jungfrau-Hotel in Interlaken. Daneben ist Aevis Victoria unter anderem auch in der zweitgrössten Privatklinik-Gruppe der Schweiz investiert, der Genolier Swiss Medical Network.

«Schwierige Situation»

Es ist kein Geheimnis, dass das «Palace» in Luzern den Verantwortlichen bei Aevis Victoria nicht nur Freude bereitet. Das Haus, davon muss ausgegangen werden, schreibt Verluste. Gegenüber den Medien teilte Aevis letztes Jahr mit: Während das Victoria-Jungfrau-Grand-Hotel in Interlaken, das Flagschiff der Gruppe, gut vorankomme, befinde sich das «Palace» in Luzern in einer schwierigen Situation. Generell seien Hotels in Drittbesitz, so Aevis weiter, durch zu hohe Mieten benachteiligt.

Edwin van der Geest ist Sprecher der Aevis-Victoria-Gruppe. Tritt das Unternehmen gegenüber der CS selber als Kaufinteressent auf? Van der Geest sagt dazu: «Wir als Unternehmen und als Mieter können und wollen diese Frage nicht beantworten.» Bleibt abzuwarten, was mit dem «Palace» passiert. Sicher aber ist, der neue Besitzer wird dereinst – wie von den Luzerner Kaufinteressenten bereits festgehalten – in beträchtlichem Umfang in die Renovation des Hauses investieren müssen.

Thomas Heer

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