Luzern

Luzerner Regierung will Psychiatrieversorgung verbessern

Die Psychiatrieversorgung im Kanton Luzern ist teilweise am Anschlag. Der Regierungsrat will diese mit vier Massnahmen verbessern und dafür 3,75 Millionen Franken jährlich aufwerfen. Weil Fachkräfte Mangelware sind, muss die Verbesserung aber über mehrere Jahre erfolgen.

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Die Luzerner Regierung will die Psychiatrieversorgung verbessern

Die Luzerner Regierung will die Psychiatrieversorgung verbessern

Bild: Pius Amrein

(sda) 30 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner, die sich in einer psychiatrischen Klinik behandeln lassen, tun das ausserkantonal. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht zur Versorgungssituation, aufgrund dessen die Kantonsregierung Massnahmen definierte, die sie am Dienstag in die Vernehmlassung schickte.

Die Auslastung der Behandlungsangebote in Luzern sei hoch, die Betten zu 100 Prozent belegt, Wartezeiten in Ambulatorium sehr lang. Freipraktizierende Psychiater und Psychologinnen seien stark ausgelastet, in den nächsten Jahren dürften psychiatrische Behandlungen stärker gefragt sein, heisst es im Bericht.

Dafür will sich der Kanton rüsten. Die Wartezeiten in Ambulatorien seien abzubauen. Im Bericht ist von 32 zusätzlichen therapeutischen Vollzeitstellen die Rede. Der Ausbau sei wegen fehlender Fachkräfte aber über rund drei Jahre zu realisieren. 17 zusätzliche Vollzeit-Fachstellen braucht es zudem, um die Fachsprechstunden in der Kinder- und Jugendpsychiatrie auszubauen.

Geplant sind weiter eine Landkarte Psychiatrie mit Informationen zu Angeboten, ein Konzept für ein Kriseninterventionszentrum und einen Vergleichsmassstab mit anderen Kantonen für die Abgeltung ambulanter Leistungen.

Der ausgewiesene Finanzierungsbedarf beläuft sich auf 3,75 Millionen Franken. Die Vernehmlassung dauert bis Ende März 2021.