LUZERN: Luzerner Stadtrat überdenkt seine WC-Strategie

Der Plan der Stadt Luzern, der Öffentlichkeit, weniger, aber ansprechende und gut platzierte Toiletten anzubieten und gleichzeitig Geld zu sparen, ist nicht ausgereift. Der Stadtrat gibt – zumindest teilweise – Fehler zu.

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Provisorium beim Löwendenkmal: Bis im Mai wird das ursprüngliche WC saniert und wieder in Betrieb genommen. (Archivbild Manuela Jans / Neue LZ)

Provisorium beim Löwendenkmal: Bis im Mai wird das ursprüngliche WC saniert und wieder in Betrieb genommen. (Archivbild Manuela Jans / Neue LZ)

Der Masterplan sah vor, bis 2015 die Zahl der WC-Anlagen von über 40 auf 29 zu senken. Die Anlagen sollen sich noch dort befinden, wo sie die Menschen wirklich brauchen. Die Stadt hoffte, die Kosten für Betrieb und Unterhalt von 450'000 auf 360'000 Franken senken zu können.

Wie aus einer am Dienstag publizierten Antwort des Stadtrates auf eine Interpellation hervorgeht, war der "Masterplan öffentliche WC-Anlagen" zumindest teilweise eine Fehlplanung. Heftige Reaktionen hatte etwa die Schliessung von Anlagen beim Löwendenkmal und der Ufschötti verursacht.

Er halte zwar an den Zielen des Masterplanes fest, schreibt der Stadtrat. Er wolle diesen aber kritisch hinterfragen, Verbesserungsvorschläge machen und Anpassungen vornehmen. Einzelne Massnahmen müssten auf ihre Notwendigkeit und Richtigkeit überprüft werden.

Der Zeitplan des Masterplans war offensichtlich zu ehrgeizig. Gemäss Stadtrat ist es aufwendig, für die WC-Häuschen architektonisch und städtebaulich ansprechenden Lösungen zu finden. Zudem gab es Einsprachen und Baubewilligungen und Arbeitsvergaben.

Angebot reicht nicht mehr aus

Es werden nicht nur WC-Anlagen geschlossen, sondern in denjenigen, die weiterbetrieben werden, wird auch die Zahl der Klosetts und Pissoirs reduziert. Dies bedeute, dass die noch vorhandenen Anlagen sehr stark frequentiert würden und eventuell dem Bedarf gar nicht genügten, schreibt der Stadtrat.

Weil die WC-Anlagen folglich intensiver genutzt werden, müssen sie auch häufiger gereinigt werden. Das im Masterplan aufgezeigte Sparpotential sei nicht realisierbar, schreibt der Stadtrat.

Ein Problem ist, dass ausser Betrieb genommenen Toilettenhäuschen leer stehen und von Vandalen heimgesucht werden oder Bauschäden erleiden. Der Stadtrat will deshalb eine Anzahl von WC-Anlagen (etwa Bundesplatz, Kreuzstutz oder Lido) vorderhand nicht schliessen.

Die falschen Anlagen geschlossen

Geplante Schliessungen von Anlagen widersprechen zudem dem Ziel, diejenigen Standorte zu belassen, an denen es viel Publikum hat oder wo sich die Menschen über längere Zeit im Freien aufhalten. Dies trifft etwa auf die Toiletten bei Spielplätzen oder die Anlage beim Löwendenkmal zu.

Beim Löwendenkmal gibt es zur Zeit ein Provisorium. Der Stadtrat teilte mit, dass bis im Mai das ursprüngliche WC saniert und in Betrieb genommen wird. Auf diese Anlage sind vor allem Touristen angewiesen.

Das Parlament hat mit dem Masterplan einen Kredit von 2,5 Millionen Franken gesprochen. Davon stehen gemäss Stadtrat noch 1,2 Millionen Franken zur Verfügung. (sda)