LUZERN: Luzerner «Todespfleger» soll nicht aus der Haft entlassen werden

Der Pfleger, der in der Zentralschweiz 22 Menschen getötet hat, soll vorläufig nicht aus der Haft entlassen werden. Die Luzerner Behörden haben nach 15 Jahren Haft ein Gesuch für eine bedingte Entlassung abgelehnt.

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Der so genannte Todespfleger (links) und sein Verteidiger – gezeichnet während des Prozesses, der im Januar 2005 aufgrund des grossen Publikumsinteresses im Gemeindezentrum Gersag in Emmenbrücke stattfand. (Bild: Keystone)

Der so genannte Todespfleger (links) und sein Verteidiger – gezeichnet während des Prozesses, der im Januar 2005 aufgrund des grossen Publikumsinteresses im Gemeindezentrum Gersag in Emmenbrücke stattfand. (Bild: Keystone)

Der Mann war zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dies sagte am Dienstag Stefan Weiss, Leiter des Justizvollzugs im Kanton Luzern, gegenüber dem SRF-Regionaljournal Zentralschweiz. Zu den Gründen äusserte sich Weiss nicht, da der Entscheid noch nicht rechtskräftig sei und der Verurteilte beim Verwaltungsgericht Beschwerde einreichen könne.

Der «Todespfleger» hatte zwischen 1995 und 2001 in den Kantonen Obwalden, Schwyz und Luzern 22 Patienten getötet. Er drückte ihnen einen Plastiksack oder ein Tuch ins Gesicht oder gab ihnen ein Beruhigungsmittel. Er handelte laut eigenen Angaben aus Mitleid.

Das Luzerner Obergericht verurteilte ihn 2006 wegen sieben Morden und 15 vorsätzlichen Tötungen zu einer lebenslangen Strafe. Nach 15 Jahren im Gefängnis konnte der Verurteilte ein Gesuch auf eine bedingte Haftentlassung stellen. Zur Zeit befindet er sich im offenen Strafvollzug.

Gemäss Weiss müssen die Behörden nun jährlich prüfen, ob eine Haftentlassung in Frage komme. Auch andere Hafterleichterungen sind möglich.

sda