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LUZERN: Luzerns heikelste Parkhäuser

Da eine Delle, dort eine Schramme: In Parkhäusern sind kleine Unfälle schnell passiert. Doch wo kommt es am häufigsten zu Schäden – und was hat das für Gründe?
Lena Berger
Bild: web; Quelle: unfallkarte.ch

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Einmal nicht richtig geschaut – schon ist es zu spät. Beim Rückwärtsfahren rammt das Auto just den Pfosten. Solche kleinen Unfälle, mit Blechschaden, aber ohne Verletzte, kommen in Luzerner Parkhäusern immer wieder vor. In gewissen verzeichnet sie die Polizei aber häufiger als in anderen.

Ein Blick auf die Schweizer Unfallkarte zeigt es deutlich: Nirgendwo in der Stadt Luzern werden auf so kleinem Raum so viele Unfälle registriert wie im Parkhaus Kesselturm. 13 waren es im Jahr 2014. Auf den weiteren Rängen folgen das Bahnhofparking 1 und 2 mit 9 sowie das Löwen-Center-Parking mit 7 Unfällen.

Sicherheitsaward gewonnen

Das Parkhaus Kesselturm bietet 350 Autos Platz. Da sind 13 Unfälle im Jahr nicht gerade viel. Dass es aber noch besser geht, zeigt das grösste Parkhaus der Stadt: Im Parking Altstadt wurden bei 462 Plätzen letztes Jahr gerade mal 2 Unfälle registriert.

Dass es im Kesselturm so oft kesselt, erstaunt. Schliesslich wurde das Parkhaus wegen vorbildlicher Sicherheit schon mehrfach mit dem «European Standard Parking Award» ausgezeichnet. Rund 2 Millionen Franken wurden in den letzten Jahren in Erneuerungen und die Sicherheit investiert. Warum kommt es trotzdem vergleichsweise oft zu Unfällen? Markus Belser, Geschäftsleiter der seit Januar eingesetzten Betreiberfirma Löwen Bau und Betriebs AG, sagt: «Meist geht es um Bagatellfälle, Lackschäden, bei denen niemand verletzt wird.» Deshalb ist für ihn die Zahl der registrierten Parkschäden auch kein relevantes Kriterium für die Sicherheit. «Natürlich sind die Platzverhältnisse eng. Daran können wir nichts ändern. Vor allem einschenken dürfte aber, dass wir hier viele Kurzparkierer haben, die ihr Auto nur für zwei, drei Stunden abstellen.» Durch die hohe Frequenz und Auslastung steige die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Parkierunfällen komme. «Andere Parkhäuser werden eher von Pendlern genutzt, die in der Stadt arbeiten und ihr Auto daher den ganzen Tag stehen lassen. Wir aber haben gerade an Wochenenden sehr viele Ein- und Aus­fahrten.»

Belser ist überzeugt: Der Kesselturm ist ein besonders sicheres Parkhaus. «Daran ändern die paar Kratzer nichts.» Von allen Parkhäusern, die seine Firma betreibe – darunter auch das Löwen-Center und der Nationalhof – gebe es im Kesselturm am wenigsten «echte» Polizeieinsätze. «Es kommt kaum zu Belästigungen, Lärm oder Drogendeals. Und das ist entscheidend für das Sicherheitsgefühl.»

Breite der Parkfelder entscheidet

Doch was macht ein Parkhaus aus verkehrstechnischer Sicht besonders sicher? Adrian Leuenberger, Standortleiter der Luzerner AKP Verkehrsingenieur AG, erklärt: «Die Parkhäuser haben gewisse Normen einzuhalten.» Deren Anforderungen seien je nach Komfortstufe und Nutzung (privat, öffentlich, grössere Fahrzeuge) unterschiedlich. Einen massgeblichen Einfluss auf das Wohlbefinden habe die Breite der Parkfelder. «Ich stelle fest, dass einige Parkhäuser diese nun im Rahmen von Sanierungen an die neuen Fahrzeuggrössen anpassen.» Daneben seien gute Lichtverhältnisse und die (helle) Gestaltung des Innenraums entscheidend.

Hohe Dunkelziffer

Auch Simon Steffen, Verkehrssicherheitsbeauftragter der Stadt Luzern, betont, dass die Betreiber der privaten Parkhäuser bei der Ausgestaltung der Räume und Verkehrsflächen Normen einzuhalten haben. Sie sind für die Sicherheit verantwortlich. Er warnt allerdings vor voreiligen Schlüssen, denn die Dunkelziffer der nicht registrierten Parkschäden sei sehr hoch. «Bei Analysen der Verkehrssicherheit, müssen die reinen Sachschäden deshalb in der Regel ausgeschlossen werden.» Sie werden jedoch in Detailanalysen beigezogen, um zusätzliche Hinweise auf ein Muster zu erhalten. «Falls sich in einem Parkhaus aber vermehrt oder besonders schwere Unfälle mit Personenschäden ereignen sollten, würde die Stadt wohl aktiv werden.»

Lena Berger

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