LUZERN: LZ Medien trotzen dem widrigen Umfeld

Die Mediengruppe verzeichnet einen Gewinnrückgang. Dank eines guten Kostenmanagements fällt das Ergebnis dennoch respektabel aus.

Hans-Peter Hoeren
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LZ Medien-Präsident Erwin Bachmann während seiner Rede an der Generalversammlung im Verkehrshaus. (Bild: Pius Amrein)

LZ Medien-Präsident Erwin Bachmann während seiner Rede an der Generalversammlung im Verkehrshaus. (Bild: Pius Amrein)

Rückläufige Werbeeinnahmen im Zeitungsgeschäft. Ein verändertes Leseverhalten. Mit diesen Herausforderungen sehen sich die LZ Medien Holding AG und ihr Flaggschiff, die «Neue Luzerner Zeitung» und ihre Regionalausgaben, auch im laufenden Jahr konfrontiert. «Entsprechend gezielt gilt unser Augenmerk dem Kostenmanagement», sagte Verwaltungsratspräsident Erwin Bachmann an der gestrigen Generalversammlung im Luzerner Verkehrshaus. 146 Aktionäre nahmen daran teil.

Dividende liegt bei 80 Franken

Ein straffes Kostenmanagement war auch der Schlüssel zum respektablen Geschäftsergebnis des Medienunternehmens im vergangenen Jahr. Trotz rückläufiger Werbeeinnahmen im Printbereich von 8 Prozent habe der operative Gewinnrückgang in Grenzen gehalten werden können, erklärte Bachmann. Unterm Strich erzielte das Unternehmen 2013 einen operativen Gewinn von 10,6 Millionen Franken. Das sind 15,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Aktionäre erhalten pro Aktie eine Dividende von 80 Franken. Das entspricht einer Abnahme von 10 Franken gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz der Gruppe ging im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf 140,6 Millionen Franken zurück. Der Löwenanteil entfiel auf den Verkauf der Calendaria AG per Anfang 2013. Rechnet man diesen heraus, betrug der Umsatzrückgang 3 Prozent.

Die Kernkompetenz und die Zukunft des Unternehmens liegen in der regionalen Berichterstattung. Vor diesem Hintergrund zeigte sich Erwin Bachmann froh, dass die NZZ-Mediengruppe die Anteile der Publigroupe an der Freien Presse Holding (FPH) übernehmen will. Die FPH hält über 90 Prozent an der LZ Medien Holding und 96 Prozent am «St. Galler Tagblatt».

Deutlicher Appell an die NZZ

Die NZZ-Gruppe besass bisher knapp 75 Prozent der Aktien an der FPH. Durch den Kauf der Publigroupe-Anteile würde die FPH zu 100 Prozent der NZZ-Gruppe gehören. «Die NZZ übernimmt aber nicht nur, sondern trägt noch mehr Verantwortung dafür, dass die regionalen Häuser auch in Zukunft regional funktionieren können», mahnte Bachmann. Dies bedeute, dass bei allen wirtschaftlich notwendigen Zentralisierungsmassnahmen, «die regionale publizistische Unabhängigkeit in allen Segmenten unangetastet bleibt». Unter den Zuhörern im Verkehrhaus befand sich auch Veit Dengler, der CEO der NZZ-Gruppe. Er wurde einstimmig für den zurückgetretenen Albert P. Stäheli in den Verwaltungsrat der LZ Medien Holding AG gewählt. Stäheli war von 2008 bis Ende 2013 CEO der NZZ-Gruppe und von 2008 bis 2014 Verwaltungsrat der LZ Medien Holding AG.