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LUZERN: Mahnmale für Flüchtlinge errichtet

In der Stadt Luzern sind in der Nacht auf Mittwoch verschiedene Gräber mit Totenkreuzen errichtet worden. Hinter der Aktion steckt eine Gruppe Studenten, die damit auf die prekäre Flüchtlingssituation aufmerksam machen wollen.
Zwei Totenkreuze mit Gräbern und Grabschmuck. «Ertrunken im Mittelmeer» steht auf dem kleinen Grab, «Unbekannter» auf dem grossen. (Bild: PD)

Zwei Totenkreuze mit Gräbern und Grabschmuck. «Ertrunken im Mittelmeer» steht auf dem kleinen Grab, «Unbekannter» auf dem grossen. (Bild: PD)

Auf dem Inseli und auf dem Rathaussteg haben Studenten kleine und grosse Gräber inklusive Totenkreuzen und Grabschmuck errichtet. Darauf steht etwa «Ertrunken im Mittelmeer», «Grenzen töten» oder «Unbekannter».

Eine Anfrage von Luzernerzeitung.ch ergab, dass dahinter verschiedene Studentengruppen stecken. Einer dieser Studenten hat am Dienstag gegen Mitternacht auf dem Rathaussteg ein Grab errichtet – ein kleineres Grab auf dem Inseli. «Wir wollen damit wachrütteln», so der Luzerner, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Schlepper zu bekämpfen reicht nicht aus

Die Gräber sollen zum einen an die unzähligen toten Flüchtlinge erinnern, die bei den Überfahrten auf dem Mittelmeer ihr Leben gelassen haben und auch weiterhin lassen. Andererseits wolle er damit zeigen, dass es auch in der Schweiz Leute gibt, die sich für die Menschenrechte der Flüchtlinge einsetzen. «Es besteht ein enormer Handlungsbedarf für die Flüchtlingssituation. Das Asylrecht ist ein Menschenrecht und darf nicht verletzt werden», so der Aktivist weiter.

Der Luzerner wolle mit der Aktion zeigen, dass es wichtig sei, sich für sichere Wege nach Europa einzusetzen. «Es muss etwas für die Sicherheit der Flüchtlinge getan werden», so der Student weiter.

Die Gräber seien gezielt an öffentlichen Orten errichtet worden, um Aufmerksamkeit zu erregen. Diese hat aber nicht lange angehalten: Das Kreuz auf dem Rathaussteg hat nur etwa 8 Stunden gestanden – am Mittwochmorgen war das komplette Grab bereits entfernt.

Inspiriert wurde die Aktion vom sogenannten «Zentrum für politische Schönheit» in Deutschland. Die Mitglieder dieser Gruppe setzen sich regelmässig mit kreativen und provokativen Aktionen für die Menschenrechte ein.

nop

Ein Grab auf dem Rathaussteg in Luzern. (Bild: PD)

Ein Grab auf dem Rathaussteg in Luzern. (Bild: PD)

Ein auf dem Luzerner Rathaussteg aufgestelltes Kreuz zum Gedenken an die Flüchtlinge, die bei riskanten Überfahrten ihr Leben auf dem Mittelmeer verloren haben. (Bild: PD)

Ein auf dem Luzerner Rathaussteg aufgestelltes Kreuz zum Gedenken an die Flüchtlinge, die bei riskanten Überfahrten ihr Leben auf dem Mittelmeer verloren haben. (Bild: PD)

Grab eines Unbekannten beim Vögeligärtli. (Bild: Leserbild Andrea Obernau)

Grab eines Unbekannten beim Vögeligärtli. (Bild: Leserbild Andrea Obernau)

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