LUZERN: Mann missbraucht Bub im Internet-Chat sexuell

Das Kriminalgericht Luzern hat einen 46-jährigen Mann wegen sexueller Handlungen mit Kindern und wegen Pornografie zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Zudem ordnete es eine Therapie an.

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Das Kriminalgericht Luzern verurteilte den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 18 Minaten, die zugunsten einer psychotherapeutischen Massnahme aufgeschoben wird. (Bild: Oius Amein/Neue LZ)

Das Kriminalgericht Luzern verurteilte den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 18 Minaten, die zugunsten einer psychotherapeutischen Massnahme aufgeschoben wird. (Bild: Oius Amein/Neue LZ)

Der Beschuldigte hat die ihm vorgeworfenen Taten eingestanden. Nachdem das Gericht den Urteilsvorschlag der Anklage übernommen hat, konnte er im abgekürzten Verfahren verurteilt werden. Das am Montag publizierte Urteil ist somit rechtskräftig.

Der Mann, der zeitweise in Heimen aufwuchs, prostituierte sich als Jugendlicher. Er ist wegen Sexual- und Drogendelikten vorbestraft. Die Luzerner Behörden wurden 2013 wegen Ermittlungen der Landespolizei des Fürstentums Liechtenstein auf ihn aufmerksam. Sie führten darauf am Wohnort des Mannes eine Hausdurchsuchung durch.

Der Mann gab sich auf Chat-Plattformen als Teenagerin aus und forderte Personen, die sich als zwölf bis 15 Jahre alte Knaben ausgaben, zu sexuellen Handlungen auf. Auch versendete er Bilder von Mädchen, angebliche Nacktfotos von sich selbst.

Das Verschulden des Beschuldigten wird als «nicht mehr leicht» beurteilt. Es sei zwar zu keinem Körperkontakt gekommen, dennoch habe er in Kauf genommen, die sexuelle Integrität und Entwicklung von Kindern zu stören.

Gemäss eines Gutachtens leidet der Beschuldigte an einer homosexuellen Neigung zu Knaben in der Pubertät und Nachpubertät. Um der Gefahr erneuter, auch schwerer sexueller Übergriffe zu begegnen, wurde eine psychotherapeutische Massnahme angeordnet. Die Freiheitsstrafe wird zugunsten der Massnahme aufgeschoben. (sda)