LUZERN: Marronistände: Auslosung verschoben

Im Wettbewerb um Plätze für Marroni-Stände in der Stadt Luzern reagiert die Verwaltung nach Reklamationen von Standbetreibern. Sie verschiebt die Verlosung der geplanten vier Verkaufsorte um einen Monat auf Dezember. Sie prüft, ob sie zusätzliche Plätze anbieten kann.

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Die vier Marroni-Standplätze in der Stadt Luzern wird auf Dezember verschoben. (Bild: Pius Amrein  / Neue LZ)

Die vier Marroni-Standplätze in der Stadt Luzern wird auf Dezember verschoben. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Mit dem Schritt wolle der Stadtrat dafür sorgen, dass bisherige Standbesitzerinnen und Standbesitzer weiterhin ihr Geschäft in der Stadt betreiben können, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Mit zusätzlichen Standplätzen wolle er Härtefälle vermeiden.

Der Stadtrat will bis im Dezember prüfen, ob es vertretbar sei, zusätzliche Standplätze anzubieten und ob es dafür geeignet Standorte gebe. Sollten weitere Standorte hinzukommen, würden diese ausgeschrieben, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Stadt Luzern zählt auf öffentlichem Grund vier Marroni-Stände. Diese befinden sich Unter der Egg, auf dem Mühlenplatz, in der Pilatusstrasse und auf dem Bahnhofplatz bei der Seebrücke.

Sieben Bewerber für vier Plätze

Auf eine Ausschreibung der vier Standplätze für die nächsten drei Winterhalbjahre im Mai 2014 gingen sieben Gesuche ein. Sechs davon erfüllten die Vorgaben.

Da die Stadt bei der Vergabe nicht auf Dauer die Privilegien einzelner Bisheriger schützen und grundsätzlich auch neue Bewerber zulassen will, hat sie sich für eine Verlosung entschieden. Andere Verfahren wie das Rotationsprinzip oder die Versteigerung würden zu Ungleichbehandlungen führen, schreibt die Stadtregierung.

Marroni-Standbetreiber reklamierten wegen des geplanten Losentscheids der Stadt. Sie fürchten bei Lospech um die Existenz ihres Betriebs ( wir berichteten ).

Praxisänderung nach Gerichtsurteil

Die Praxisänderung der Stadt geht auf ein Bundesgerichtsurteil von 2012 zur Vergabe von Standplätzen für den Wochenmarkt zurück. Das oberste Gericht hielt unter anderem fest, dass es bei der Erteilung künftiger Dauerbewilligungen für Marktplätze sämtlichen Interessierten möglich sein muss, ein Gesuch einzureichen.

Derzeit vergibt die Stadt an Markthändler Jahresbewilligungen. Ab 2017 sollen die Plätze in einem neuen Verfahren vergeben werden. Dieses soll transparenter sein und allen Interessenten offen stehen.

Gemäss Stadtrat sollen künftig die Stände auf Grund des Aufwands nicht jährlich aber dennoch periodisch ausgeschrieben werden. Zudem will er den Produktemix, die Kundenfreundlichkeit und den Investitionsschutz der Markthändler berücksichtigen. (sda)