LUZERN: Massiv mehr Jugendliche wegen Drogen verurteilt

80 Prozent mehr Jugendliche als vor zwei Jahren wurden im vergangenen Jahr wegen Drogendelikten verurteilt. Experten erkennen dennoch keinen Trend.

Luca Wolf
Drucken
Teilen
Zwei junge Männer teilen sich im Freien eine selbst gedrehte Marihuana-Zigarette (Symbolbild). (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

Zwei junge Männer teilen sich im Freien eine selbst gedrehte Marihuana-Zigarette (Symbolbild). (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

Die Zahlen aus dem Jahresbericht 2013 der Staatsanwaltschaft sind alarmierend. 2011 wurden 176 Jugendliche wegen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt. Ein Jahr später waren es schon 216, und letztes Jahr dann 321 Verurteilungen. Das entspricht einer Zunahme innert dreier Jahre um über 80 Prozent. Der grösste Teil davon dürfte den Konsum von Marihuana betreffen. Kiffen die Luzerner Jugendlichen folglich immer mehr? Oder hat die Polizei letztes Jahr stärker kontrolliert?

Wars der schöne Sommer?

Ob der Drogenkonsum bei Jugendlichen tatsächlich steigt, können weder Staatsanwaltschaft noch Polizei genau beantworten. Laut Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft, kann der Anstieg auch mit Zufall zu tun haben: «Schöne Sommerabende etwa führen dazu, dass mehr Jugendliche draussen unterwegs sind und allenfalls beim Kiffen kontrolliert werden.» Das sei aber reine Spekulation. Generell mehr Kontrollen von Jugendlichen gab es letztes Jahr laut Polizeisprecher Kurt Graf nicht.

An eine massive Zunahme von Drogen konsumierenden Jugendlichen glaubt auch Rebekka Röllin, Bereichsleiterin Prävention bei der Luzerner Suchtberatungsstelle Akzent*, nicht. Auch sie vermutet, dass das Wetter einen Einfluss haben könnte. Sie weiss zudem: «Beim Konsum illegaler Substanzen steht bei Jugendlichen sicher Cannabis im Zentrum. Hier hat sich der Konsum in den letzten Jahren auf hohem Niveau stabilisiert.»