LUZERN: Mauer-Ausstellung im Historischen Museum

Das Historische Museum geht in den eigenen vier Wänden der Bedeutung von Mauern nach. In einer neuen Ausstellung sind Beispiele zu sehen, wo Menschen mit unterschiedlichem religiösen, politischen oder gesellschaftlichen Hintergrund voneinander getrennt wurden.

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Eine eigene Mauer bauen: Schüler legen am Donnerstag vor dem Historischen Museum Luzern selber Hand an. (Bild: Keystone)

Eine eigene Mauer bauen: Schüler legen am Donnerstag vor dem Historischen Museum Luzern selber Hand an. (Bild: Keystone)

Die Ausstellung "Die Mauer - von Musegg bis Gaza", die am Freitag fürs Publikum öffnet, will die verschiedenen Funktionen von Mauern veranschaulichen, wie das Historische Museum am Donnerstag mitteilte. Die Schau ist bis am 8. März 2015 zu sehen.

Die Ausstellung besteht etwa aus Fotografien, Videos, Hörstationen, Videospielen und Animationen. Sie zeigen Werke berühmter "Bauleute" wie Robinson Crusoe, DDR-Führer Walter Ulbricht oder Petermann von Gundolingen, Befehlshaber der Luzerner Truppen im Sempacherkrieg. Ausgestellt sind auch Arbeiten mehrerer Künstler aus dem In- und Ausland.

Besucher können sich auch selber als Baumeister betätigen. Ein Projekt des deutschen Künstlers Jan Vormann regt an, selber Mauern zu bauen oder sie mit farbigen Bausteinen zu reparieren.

Ansicht vom Kloster St. Urban vor dem Umbau von 1715, ohne Jahr, aquarellierte Federzeichnung (Bild: Historisches Museum Luzern)
14 Bilder
Aussenansicht des Klosters in St. Urban (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Jugendliche dürfen vor dem Historischen Museum selber Hand anlegen und ein Stück Mauer errichten. (Bild: Keystone)
Ingrid Bernay (*1959), Rekonstruktion der Baustelle des Luegislandturms um 1367, 2012, computergenerierte Illustration (Bild: Kantonsarchäologie Luzern, Ingrid Berney)
Museggmauer (Detail) fotogrammetrische Aufnahme, 2005 (Bild: Firma Linsinger Vermessung, St. Johann im Pongau, Österreich, und Stiftung zur Erhaltung der Museggmauer Luzern)
Museggmauer Nordseite, fotogrammetrische Aufnahmen, 2005 (Bild: Firma Linsinger Vermessung, St. Johann im Pongau, Österreich, und Stiftung zur Erhaltung der Museggmauer Luzern)
Museggmauer mit Nölliturm vom Gütsch aus, 2013 (Bild: Historisches Museum Luzern)
Die Museggmauer in Luzern heute (Bild: Keystone)
Der Saal im inneren des Nölliturm der Mueseggmauer (Bild: Keystone)
Tuca Vieira (*1974), Die Favela Paraisópolis grenzt an das wohlhabende Viertel Morumbi in São Paulo, Brasilien, 2008, Fotografie (Bild: Tuca Vieira)
Christoph Rütimann (*1955), Handlauf Peking (aus der Serie: Geh-Länder), 2001, Videostill (Bild: Christoph Rütimann)
Quadrata Roma / A romulo condita, aus: Fabio Calvo, Antiquae Urbis Romae cum regionibus simulacrum’ , Rom 1527, Holzschnitt (Bild: Historisches Museum Luzern)
Meister der Lübecker Bibel, Zerstörung der Mauern von Jericho (Josua 6,20), 1494, Holzschnitt (Bild: Historisches Museum Luzern)
Robert Pufleb (*1969), Grabsteine auf dem Friedhof Roermond, Niederlande, 2014, Fotografie (Bild: Historisches Museum Luzern, Robert Pufleb)

Ansicht vom Kloster St. Urban vor dem Umbau von 1715, ohne Jahr, aquarellierte Federzeichnung (Bild: Historisches Museum Luzern)

Die Ausstellungsmacher Christoph Lichtin und Sibylle Gerber nehmen sich den Themen Macht, Repräsentation, Kommunikation, Überwindung und Aggression an. Erklärt werde, wie sich vielerorts Reiche hinter Mauern in sogenannten "Gated Communities" verschanzten, weshalb der Besuch des US-Präsidenten Barack Obama an der Klagemauer hohe Wellen schlug, und warum Mauern auch in einer globalisierten Welt nicht an Brisanz verloren hätten, heisst es in der Mitteilung.

In der Ausstellung hat auch die berühmteste Mauer Luzerns - die Museggmauer - einen Platz. Anhand von ihr wird dargelegt, wie sich die Funktion von Mauern mit der Zeit ändert. Als militärisches Bauwerk erstellt kam der Museggmauer später eine repräsentative Aufgabe zu. Heute markiert sie die Trennung von Stadt und Land und dient vor allem touristischen Zwecken.

Zur Ausstellung gehört auch ein Begleitprogramm. Eine 90-minütige Theatertour unter dem Titel "Die Museggmauer - Patrizier, Gauner, Männli & Co." führt Schauspieler und Besucher auf die Mauer und hinauf auf die Museggtürme.

Veranstaltungen in Zusammenhang mit der Ausstellung

Anmeldung für alle Veranstaltungen: 041 228 54 24, info.hml@lu.ch, www.historischesmuseum.lu.ch
Eintrittspreise: Fr. 10.– Erwachsene / Fr. 5.– Kinder (in Begleitung Erwachsener gratis)

Theatertour «Die Museggmauer – Patrizier, Gauner, Männli & Co.»

Spieldaten: www.historischesmuseum.lu.ch
Zusätzliche Abendtouren: Freitag, 14. und 21. November, 19 Uhr
Eine Entdeckungsreise auf der Museggmauer bis hinauf in die Türme. Mit dem Männli blicken Sie in die atemberaubende Ferne, auf das Treiben rund um die Mauer und schauen zurück in die bewegte Geschichte Luzerns. Sie werden in die Schrecken des Bauernkrieges hineingezogen, flüchten vor Luzerner Landjägern und geraten in eine geheimnisvolle Verschwörung zukünftiger Patrizier.
Treffpunkt: Historisches Museum (bei jeder Witterung, gutes Schuhwerk) Dauer: 90 Minuten. Altersempfehlung: ab 11 Jahren

Rundgang «Geschichte und Funktion der Museggmauer»

Samstag, 18. Oktober , 11–12.30 Uhr
Auf einem Rundgang stellt der ehemalige kantonale Denkmalpfleger Georg Carlen Geschichte, Bauart und Funktion der Museggmauer vor. Treffpunkt: Schirmerturm (bei jeder Witterung, gutes Schuhwerk)

Rundgang «Geschichte und Lebensraum der Museggmauer»

Sonntag, 2. November / 22. Februar / 1. März , 14–15.30 Uhr
Beat Fischer, Präsident der Stiftung für die Erhaltung der Museggmauer, erläutert die Geschichte der Museggmauer und ihre Funktion als Lebensraum für Tiere und Natur. Treffpunkt: Nölliturm (bei jeder Witterung, gutes Schuhwerk)

Öffentliche Führung durch die Ausstellung

Jeden ersten Mittwoch im Monat, 18 Uhr Mit den Kuratoren der Ausstellung, Christoph Lichtin und Sibylle Gerber

Erzählabend «Geschichten im Turm»

Freitag, 26. September, 18 / 19.30 / 21 Uhr
Die Wächterin im Turm wacht über Stadt und Land, spinnt ihre Gedanken und verkürzt ihre langen Schichten mit Geschichten. Nicole Lechmann liest lustvolle, gruselige, humorvolle und poetische Texte, Märchen und Sagen im sonst unzugänglichen ersten Stock des Wachtturms der Museggmauer.
Treffpunkt: beim Wachtturm auf Seite Bauernhof (bei jeder Witterung) Dauer: ca. 60 Minuten Eintritt: Fr. 20.– / Fr. 15.– (Studierende) Anmeldung: kontakt@hinter-musegg.ch (Platzzahl beschränkt)

Podiumsdiskussion «Leben hinter Mauern»

Mittwoch, 21. Januar, 19.30 Uhr (Museum geöffnet ab 18.30 Uhr)
Schwester Veronika Ebnöther («Freelance-Schwester», Bonaduz), Bruder Gebhard Kurmann (Kapuzinerkloster Wesemlin, Luzern) und Schwester M. Nicola Schmucki (Kloster St. Anna Gerlisberg, Luzern) erzählen von ihrem klösterlichen Leben vor und hinter den Klostermauern. Moderation: Christoph Lichtin, Sibylle Gerber

Workshop «Unsere Klasse baut eine Mauer»

Donnerstag, 25. September / 30. Oktober / 26. Februar , 9–11 Uhr und 13.30–15.30 Uhr (weitere Daten auf Anfrage). Unter der Leitung des Luzerner Baugeschäfts Ammann AG können Schüler eine Mauer bauen (inklusive Führung durch die Ausstellung). Anmeldung: walti.mathis@lu.ch, 041 228 54 34

Halloweennacht im Museum und auf der Museggmauer

Freitag, 31. Oktober, 19–22 Uhr. Treffpunkt: Historisches Museum

Jugendkino-Reihe «Mauern»

Spielfilme, dazu feine Hot Dogs und Getränke. Jeweils 30 Minuten vor dem Film findet eine Kurzführung durch die aktuellen Ausstellungen statt.
Film 1: «Mit dem Wind nach Westen» Samstag, 15. November 2014, 19–22 Uhr
Zwei Familien aus der DDR gelingt 1979 mit einem selbstgebauten Ballon eine spektakuläre Flucht über die Todesmauer in den Westen.
Film 2: «Der Junge im gestreiften Pyjama» Samstag, 10. Januar 2015, 19–22 Uhr
Der achtjährige Bruno wohnt während des Zweiten Weltkrieges neben dem Konzentrationslager Auschwitz. Er spielt heimlich mit einem jüdischen Jungen durch den Elektrozaun, bis er schliesslich den Schrecken dieses Lagers erkennt.
Film 3: «Die Tribute von Panem» (The Hunger Games & Catching Fire) Samstag, 31. Januar 2015, 18–23 Uhr.
Im diktatorischen Staat Panem, der aus zwölf Distrikten und dem luxuriösen Kapitol besteht, kämpfen in einem jährlichen Wettkampf 24 Jugendliche um das Überleben innerhalb einer geschlossenen Zone.

Theaterkids der Stadt Luzern spielen «Der selbstsüchtige Riese»

(nach dem Märchen von Oscar Wilde)
Freitag, 6. März, 19 Uhr / Samstag, 7. März, 18 und 20 Uhr / Sonntag, 8. März 2015, 18 Uhr
Ein Riese baut eine riesengrosse Mauer, damit die Kinder nicht mehr in seinem Garten spielen können. Doch einem Kind gelingt es, die Mauer zu überwinden. Altersempfehlung: ab 5 Jahren.

sda/rem