LUZERN: Mehr Arbeit für Verteidiger

Seit dreieinhalb Jahren gelten neue Regeln in der Strafverfolgung. Die amtlichen Verteidiger müssen seither deutlich mehr arbeiten. Nun erhalten sie Verstärkung.

Florian Weingartner
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Das Kantonsgericht am Hirschengraben in Luzern. (Bild: Archiv / Neue LZ)

Das Kantonsgericht am Hirschengraben in Luzern. (Bild: Archiv / Neue LZ)

Seit 2011 dürfen die Anwälte ihre Mandanten bei jeder Befragung durch Polizei und Staatsanwaltschaft begleiten. Das verursacht nicht nur für die Luzerner Strafverfolgungsbehörden einen grösseren Koordinationsaufwand, sondern bringt auch die Anwälte bisweilen in Zeitnot. Viele Beschuldigte haben nicht das Geld, um sich einen eigenen juristischen Beistand leisten zu können. Für diese Fälle gibt es die amtlichen Verteidiger. Denn benennen die Beschuldigten keinen eigenen Anwalt, erhalten sie eine Liste von Strafrechtsexperten, aus denen sie auswählen können.

Bewusst abgewartet

Elf Rechtsanwälte figurieren derzeit auf dieser Liste, vom Regierungsrat für die Amtszeit 2011 bis 2014 gewählt. Laut Peter Emmenegger, Mitarbeiter im Justiz- und Sicherheitsdepartement, hat sich der Bedarf an amtlichen Verteidigern durch die neue Strafprozessordnung erhöht. Diese habe in der Vergangenheit auch bei den amtlichen Verteidigern zu Mehraufwand geführt. Trotz des voraussehbaren Mehraufwands habe man bewusst abgewartet, wie sich die Einführung der neuen Rechtsnormen auswirke, so Emmenegger.

Es werden mehr Verteidiger gewählt

Nun ist Entlastung für die Verteidiger in Sicht. Auf Anfang kommenden Jahres und für die Amtsperiode bis 2018 wählt der Regierungsrat 17 bis 19 amtliche Verteidiger. Anfang Monat wurden die bisherigen amtlichen Verteidiger angeschrieben, ob sie sich zur Wiederwahl stellen. Sie müssen ihr Interesse bis Ende Monat kundtun. Nach den Sommerferien werden die verbleibenden Plätze ausgeschrieben. Gewählt werden die Rechtsbeistände vom Regierungsrat im November.